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Süßwasserqualle
Ein exotischer Winzling, der die Wärme liebt

Die heißen Temperaturen im Sommer machen das Baden in unseren Kiesseen zum beliebten Vergnügen. Aufmerksame Schwimmer haben sie dabei vielleicht schon gesehen: Die Süßwasser-Quallen. 

Wie Feen bewegen sie sich pulsierend durchs Wasser. Ihr Schirm kann bis zu ca. zwei Zentimeter Durchmesser erreichen, und sie ziehen eine Reihe von hauchdünnen Fangarmen wie einen Brautschleier hinter sich her. Sie sehen damit ihren teilweise gefährlichen Meerwasser-Verwandten sehr ähnlich. So mancher Badegast hat sich sicher schon ängstlich gefragt, ob sie denn auch so schmerzhaft nesseln können.

Dabei ist die Süßwasserqualle ein höchst interessantes Tierchen. Ihren lateinischen Namen Craspedacusta sowerbyi bekam sie 1880, als sie zum ersten Mal in einem Becken mit Wasserlilien in London entdeckt wurde. 

Diese Süßwasserqualle wurde vom Autor in einem Kiessee nahe Plattling während eines Nachttauchgangs fotografiert. Ihre Größe betrug etwa 1 ½ cm. (Foto: Rauen).Diese Süßwasserqualle wurde vom Autor in einem Kiessee nahe Plattling während eines Nachttauchgangs fotografiert. Ihre Größe betrug etwa 1 ½ cm. (Foto: Rauen).
Diese Süßwasserqualle wurde vom Autor in einem Kiessee nahe Plattling während eines Nachttauchgangs fotografiert. Ihre Größe betrug etwa 1 ½ cm. (Foto: Rauen).Diese Süßwasserqualle wurde vom Autor in einem Kiessee nahe Plattling während eines Nachttauchgangs fotografiert. Ihre Größe betrug etwa 1 ½ cm. (Foto: Rauen).

Den größten Teil ihres Lebens versteckt sich die kleine Meduse in einer anderen, eher unscheinbaren, Form. Als festsitzender winziger, nur bis zu zwei Millimeter großer Polyp lebt sie auf Steinen oder Pflanzen. Sobald die Wassertemperaturen 22 bis 24 Grad übersteigen, beginnen die Polypen sich zu vermehren. Durch Knospung bilden sie weitere Polypen und eben auch die freischwimmenden Medusen. Ursprünglich hatte man Meduse und Polyp wegen der Unterschiede in Aussehen und Lebensraum sogar verschiedenen Tierarten zugerechnet. Die Medusen lösen sich vom Elternpolyp mit einer anfänglichen Größe von einem Millimeter und zunächst nur acht Tentakeln. Sie wachsen weiter bis auf etwa 20 Millimeter Durchmesser und bilden bis zu 600 Fangarme. Sie leben im freien Wasser, in Tiefen bis zu etwa sieben Metern und ernähren sich von mikroskopisch kleinen Lebewesen, die sie mit ihren mit Nesselzellen besetzten Fangarmen erbeuten. Ihrer Nahrung, dem Zooplankton, folgen sie abends manchmal bis zur Wasseroberfläche.

Die Süßwasserqualle kommt in warmen stehenden Gewässern wie Badeseen, Kiesseen oder Altarmen von Flüssen vor, ist aber eher selten. Die Süßwasserqualle ist die einzige Medusenart in heimischen Gewässern. Im Gegensatz zu ihren Verwandten in den Meeren ist sie für den Menschen ungefährlich. 


 
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Copyright 04/2004 © Tierwissen.de
Text und Foto: Dr. Armin Rauen (7.8.2003)
Layout: Chawera



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