| Lebensraum und Ernährung Wie viele andere Eidechsenarten auch, ist die Zauneidechse an ihren Lebensraum recht anpassungsfähig. Voraussetzung ist aber ein gemäßigtes kontinentales Klima. Das Verbreitungsgebiet der Zauneidechse erstreckt sich über große Teile Europas und des angrenzenden Westasiens - von England im Westen bis zum Baikalsee im Osten, und von den Kaukasusländern im Süden bis zum zentralen Skandinavien im Norden. Sie fehlt jedoch auf der Iberischen Halbinsel sowie in den meisten Bereichen Italiens und des Balkans. In Belgien gibt es vereinzelte Nachweise der Zauneidechse aus dem belgisch-niederländischen Grenzgebiet im Norden. Davon abgesehen ist ihr Vorkommen aber auf das Gebiet südlich des Flusses Semois, ganz im Südosten des Landes, beschränkt. Obwohl sie geschlossene Waldungen meidet, kann diese Eidechse als Waldsteppenbewohner angesehen werden. Sie liebt feste, lehmige oder steinige, trockene bis leichtfeuchte Böden, welche aber auch gerne mit einer Krautschicht überzogen sein dürfen. Da sie zum Schutz vor Feinden Deckung in Form von Sträuchern, verfilzten Pflanzen, Steinhaufen, Holzstapeln, freiliegendem Wurzelwerk, Mäuselöcher etc. braucht, ist sie vorwiegend an sonnigen Waldrändern, Hecken, in Heidegebieten, Hochweiden oder Buschsteppen anzutreffen. Hier sieht man sie häufig auf höheren Steinen, Holzhaufen, Baumstümpfen oder ähnlichem liegen, wo sie ihr tägliches Sonnenbad zur Regulation ihrer Körpertemperatur (31-32°C) einnimmt. Als Unterschlupf für ihren Winterschlaf bevorzugt sie Hohlräume zwischen Steinen oder Wurzeln. Jedes einzelne Tier bewohnt zumeist sein Leben lang ein klar abgestecktes Territorium von einigen Quadratmetern Größe. Dieses wird von den Männchen auch in Revierkämpfen heftig verteidigt, wobei den jeweiligen Kontrahenten die durch diese Kämpfe verursachten Narben (hauptsächlich Kopf und Beine) zieren. Auf ihrem Futterplan stehen neben Insekten und Spinnen, Kleintiere wie Würmer und Schnecken, nicht selten auch kleine Mäuse, junge Frösche oder Jungtiere anderer Echsenarten und gelegentlich Früchte. Dabei dient ihnen ihr Schwanz als Fettspeicher. Sollte die Ernährungslage in einem Jahr so schlecht sein, dass die Tiere die Winterruhe hinauszögern, fallen ihnen selbst die eigenen Jungtiere zum Opfer, welche im Spätsommer (Mitte August) schlüpfen. Abhängig vom jeweiligen Klima im gewählten Lebensraum, verbringen die Zauneidechsen den größten Teil des Jahres (etwa 5-7 Monate) in einem Winterquartier. Bei guter Energieversorgung gehen die Männchen meist im August, die Weibchen aufgrund der energiezehrenden Eiablage im September und die Jungtiere im Oktober in den Winterschlaf. Erwachen tun zuerst die Jungtiere, dann die Männchen und zum Schluss die Weibchen. Diese Winterruhe (Mitteleuropa etwa September-April) wird erstaunlicherweise ohne jeglichen Gewichtsverlust der Tiere überstanden. Feinde der Zauneidechse sind aus der Luft: Bussard, Turmfalken und andere Greifvogelarten und am Boden: Schlingnatter, Wiesel, Hermelin, Katzen und Hunde. |