Das Pferd ist als Herdentier besonders auf die Anwesenheit und den Kontakt zu Artgenossen angewiesen. Bei Einzelhaltung, aber auch bei Gruppenhaltung, die den Pferden nicht genügend Möglichkeit zum Sicht- und Berührungskontakt geben, besteht erhöhte Gefahr von Verhaltensstörungen, wie z.B. Weben oder Koppen. Ponies sollten nicht als "Gesellschafter" degradiert werden. Sie sind Pferde wie jedes Grosse auch und haben die gleichen Ansprüche (bis auf Raum und Futter)!!
Obwohl wir hier einige Möglichkeiten der Vergesellschaftung mit Pferden aufzeigen, sollte bedacht werden: Ein Pferd ist immmer noch der beste Gesellschafter für ein Pferd!
| Allein lebende Pferde suchen verstärkt Kontakt zu Menschen, Hunden oder Katzen, der aber naturgemäß nur einen bedingten Ersatz für fehlende Artgenossen sein kann. Man tut diesen Pferden einen großen Gefallen, wenn man ihnen Gesellschafter gibt, mit denen sie die Box teilen. Hier eignen sich besonders Esel und Ziegen, Schafe weniger, da sie zu ängstlich sind.
| Mehrere Gesellschafter in einer Box irritieren allerdings das Pferd und erfüllen nicht ihren Zweck.
Sicherlich wünscht man vielen Pferden Gesellschafter in der Box, jedoch darf dabei nicht übersehen werden, daß auch sie entsprechende Aufmerksamkeit und Pflege benötigen, um ihren Dienst erfüllen zu können.
Gesellschafter Esel
Esel sind von Natur aus ruhige, verträgliche und genügsame Tiere. Ein Esel wird auch während der Weideperiode gerne einer Gruppe Jungpferde zugesellt, um hier als "ruhendes Element" zu wirken. Die Haltung von Eseln unterscheidet sich von der Pferde(Pony)haltung, da Esel aus trockenem Klima kommen, vertragen sie keine Nässe (Regen). Da Esel, wenn sie mit einem Pferd zusammenstehen, bei Regen nicht von alleine in den Stall gehen (wenn das Pferd es nicht tut), muss man dann beide um des Esels Willen einsperren.
Esel zeigen ein sehr aggressives Sexualverhalten!! Die Stuten wehren sich vehement und die Hengste haben sich deshalb angewöhnt die Stute stundenlan zu jagen, damit sie zur Paarung kommen.
Ausserdem können Hengste insbesondere durch das Schreien gegenüber Stuten sehr lästig sein.
| Esel sind auch mit etwa drei Jahren zuchtreif, die Trächtigkeit dauert aber 11 1/2 bis 13 Monate. Eselfohlen gehören wohl zu den hübschesten Tierkindern. Leider wachsen sie sehr schnell heran.
Der Esel liebt ausgesprochen hartes Futter (Schilf, Disteln), seine Fettreserven speichert er in Form von Fett im Nackenbereich, welcher sehr stark anwachsen kann.
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| | Die Hufpflege wird oft leider sehr vernachlässigt. Beim Ausschneiden der Hufe ist daran zu denken, daß der Esel natürlicherweise einen Bockhuf besitzt, der zur Erhaltung der normalen Beinstellung dient. Zur Gefahrenquelle als Gesellschafter für Pferde werden Esel, wenn sie von Lungenwürmern befallen sind. Oft erkranken sie selbst daran nicht. Man hört allerdings ab und zu ein kurz angestoßenes Husten. Werden die Lungenwürmer auf Pferde übertragen, können diese schwer mit Fieber, Husten und Lungenentzündung erkranken.
| | | Bevor man also einen Esel zu seinem Pferd gesellt, sollte man unbedingt Kotproben der Esel auf den Gehalt von Lungenwürmern untersuchen lassen. Erst bei negativem Ausgang dieser Untersuchung darf der Esel Kontakt zu den Pferden bekommen.
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Gesellschafter Ziege
 | Ziegen sind wegen ihrer Kontaktfreudigkeit gut mit Pferden zu halten.
Doch als sogenannte kleine "Leckermäuler", verschmutzen sie - falls erreichbar - den Pferden Tröge und Heu.
Die geschlechtsreifen Böcke begleitet ein unangenehmer Geruch, der sogar den Pferden anhaften kann. Nach der Kastration ist dieses Übel jedoch beseitigt. |
| Ziegen sind mit etwa sieben Monaten geschlechtsreif. Die besonders im Herbst ausgeprägte Brunst dauert 1 1/2 bis 3 Tage. Bei einer Trächtigkeit von etwa 22 Wochen beginnen "Erstgebärende" bereits nach dem 3.Trächtigkeitsmonat aufzueutern. Mehrlingsgeburten sind nicht selten. Leider nutzen ihre Klauen auf Stallmist kaum ab, hier wird Pflege notwendig.
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Gesellschafter Gefiederte Freunde
Hühner, Enten, Gänse und andere Federtiere sind als Gefährten für Pferde eher ungeeignet. In den Stallungen besteht die Gefahr, dass die Pferde versehentlich auf das Federtier treten.
Außerdem können Pferde auf diese Tiere allergisch reagieren! So manche "Stauballergie" ist darauf zurückzuführen, dass in der Nähe des Pferdestalls oder gar im Stall Hühner oder ähnliches gehalten werden.
| | | Ich habe auch selbst erlebt, dass Pferde noch Jahre nach dem Auszug einer Gänsefamilie allergische Reaktionen gezeigt hatten. Ein durch Federvieh "verseuchter" Stall sollte extrem penibel gereinigt werden, bevor man dort Pferde einstellt. Eine kleine Hühnerschar im Außenbereich (Weide) ist insofern von Vorteil, dass diese Tiere sich an den Pferdeäpfeln gerne gütlich tun, so dass es ein kleines bisschen weniger zum Abmisten ist. ;-) Allerdings muss man bedenken, dass auch Federtiere auf der Weide ihre Hinterlassenschaften verlieren.
Spatzen und Schwalben fühlen sich in Pferdeställen wohl. Die Spatzen ernähren sich gerne von den reichhaltigen Futterresten und Schwalben brüten bevorzugt im Stall. Man sollte darauf achten, dass der Vogelkot, besonders unterhalb der Nester, täglich entfernt wird. Ein Schwalbennest im Pferdestall soll Glück bringen und ist auch schön anzusehen.
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Gesellschafter Katzen
 | In fast allen Pferdeställen sind auch mehr oder weniger Katzen zu finden. Diese Tiere haben zwar nicht viel gemeinsam, gelten deshalb auch nicht direkt als Pferdegefährten. Katzen sind aber als Mäusefänger sehr willkommene nützliche Freunde.
In seltenen Fällen kann es auch zu einer innigen Freundschaft zwischen einer Katze und einem Pferd kommen.
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| Es gibt sogar Katzen, die es sich auf "ihren" Pferden bequem machen und diesen warmen Ruheplatz bevorzugen. Solche Pferde können unruhig werden, sobald man sie von der Katze wegbringt. Sie begrüßen ihre Katze wiehernd, wenn sie zurück gebracht werden. Bei jungen Katzen besteht die Gefahr, dass sie von Pferden verletzt oder gar getötet werden, wenn sie unter die Hufe geraten. Erwachsene Katzen sind in der Regel vorsichtiger und weichen den Pferdehufen meist aus. Man sollte darauf achten, dass alle im Pferdestall heimischen Katzen kastriert werden, da Katzen zweimal jährlich Junge werfen.
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