Hunderasse Zwergspitz („Pomeranian“)

Ein echter Winzling unter den Hunderassen ist der Zwergspitz, welcher in anderen Ländern besser bekannt ist als Pomeranian. Der Zwergspitz ist im eigentlichen Sinn keine eigene Rasse, sondern ist der Kleinste Schlag vom „Deutschen Spitz“.

Wer ihn sieht, kommt aufgrund seiner Winzigkeit kaum auf den Gedanken, einen echten Spitz vor sich zu haben. Zusätzlich täuscht auch sein süßes Teddygesicht darüber hinweg, warum man ihm auch den Beinamen „King of Toys“ gegeben hat. Dies nicht unter dem Hinblick, dass er der König des Spielzeugs sei, sondern eher im Gegenteil, dass in dem Kleinen „mehr Hund“ steckt als man vermutet. Die wahre Übersetzung lautet nämlich „König der Zwerghunde“ - denn er ist sehr selbstsicher, manchmal ein kleiner Ignorant und auf keinen Fall ein angsterfüllter Kläffer.

Ursprung und Geschichte:

Wann genau die Geschichte des Pomeranian beginnt, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Auch nicht, welche Entwicklungsstufen er vom Wolf zum Zwergspitz durchlaufen haben mag. In Hunderassenbeschreibungen werden als Urahnen sowohl der Torfhund, als auch nordische Schlittenhunde erwähnt. Für beide gibt es bis heute keine wirklichen Beweise. Aber sicher kann wohl gesagt werden, der Zwergspitz ist eine Variante des Deutschen Spitzes und dessen Ursprung und Geschichte ist nicht minder geklärt. Deutscher Spitz - bitte klicken!

Seinen Namen „Pomeranian“ bekam er wohl von einem anderen Hund vererbt, denn um 1700 gab es in Pommern (heute Teil des nördlichen Polen und östlichen Deutschlands) eine breite Population weißer Spitze, welche als Pommersche Hütehunde noch bis ins 20. Jahrhundert gezüchtet wurden. Von ihnen leitet sich der auch jetzt noch gebräuchliche Name Pomeranian für den Zwergspitz ab, obwohl beide Hunde nicht in direkter Linie verwandt sind.

” Pommer” galt auch bis ins vorige Jahrhundert hinein als die allgemein übliche Bezeichnung für den Zwergspitz, Zoologen sprachen vom Canis Pomeranus. Weiterhin deutet das französische Wort,” Chien de Pomeranie” und ” Lou de Pomerie” genauso wie das englische Wort “ Pomerianian Dog” auf den Pomeranian hin.

Allgemein galt zu früherer Zeit, dass als Pommernspitz weiße Spitze bezeichnet wurden, schwarze Spitze nannte man Mannheimer Spitze und die grauen lockigen großen Spitze nannte man Wolfspitz.

Verwechselt wird der Zwergspitz bis heute auch mit dem Kleinspitz, eine weitere Variante des Deutschen Spitzes. Kleinspitze wurden zunächst überwiegend im Mannheimer Raum gezüchtet, weshalb sie auch als Mannheimer Spitze bekannt waren. In früherer Zeit gab es keine Trennung zwischen Klein- und Zwergspitz, wie sie heute existiert, da alle Spitze mit maximal 29 cm Schulterhöhe einheitlich Kleinspitze genannt wurden. Diese Namensverwechslung zieht sich bis in die Neuzeit fort. Heute sind jedoch sowohl der Kleinspitz, als auch der Zwergspitz, eigenständige Hunderassen der FCI.

Wann gibt es jedoch ein erstes Indiz dafür, dass es Pomeranian überhaupt gibt? In den meisten Hunderassenbeschreibungen in Büchern und im Internet steht zu lesen, dass eine erste urkundliche Erwähnung des Pomeranian in dem berühmten Brief der Königin Charlotte aus dem Jahre 1767 zu finden sei. Sophie Charlotte, Herzogin zu Mecklenburg, war eine deutsche Prinzessin, die 1761 durch die Heirat mit König Georg III als Königin Charlotte zur Königin von Großbritannien und Irland wurde. Doch bereits drei Jahre zuvor, im November 1764 gibt es Hinweise auf diese kleinen Hunde in einem Reisetagebucheintrag von James Boswell: Boswell on the Grand Tour. Germany and Switzerland. Dort berichtet James Boswell über einen anderen Reisegast: „Der Franzose hatte einen „Pomeranian dog“ namens „Pomer“, dem er äußerst zugetan war.“

Hält sich bis heute gar die irrige Meinung, Königin Charlotte hätte bei ihrer Ankunft im Jahre 1761 die Pomeranian nach England eingeführt, so gibt es inzwischen neue Erkenntnisse. In einer Korrespondenz zwischen Mary Grandville (englische Malerin, Gartenkünstlerin und Briefschreiberin) und einer Frau Dewes lässt sich ein Brief vom 18. Oktober 1760 finden, in welchem sie unter anderem schrieb:

„Als wir gegen 04:00 Uhr in Tedbury angekommen waren, wen meinst du haben wir von allen Männern im Gasthaus Yard am wenigsten erwartet, Mr. Simson! Er schien so erfreut uns zu sehen, dass wir ihn ungeachtet seiner Herkunft baten mit uns Tee zu trinken, was er gerne annahm. Er und sein Pomeranian Welpe leisteten uns Gesellschaft bis 9:00 Uhr beim Kartenspiel Cribbage.“

Somit wäre der Beweis erbracht, dass nicht Königin Charlotte die Hunde nach England einführte, sondern dass diese vereinzelt bereits lange vor ihr dort zu finden waren. Sicher ist jedoch, dass Königin Charlotte mit ihren starken verwandtschaftlichen Verflechtungen zu Deutschland zwei Hunde aus Pommern mit ins Königshaus brachte. Diese aus Deutschland importierten Hunde mit den Namen Phoebe und Merkur wurden schnell nach ihrem Herkunftsland Pommern bekannt, später wurde daraus Pomeranian. Doch die beiden Hunde ließen sich kaum mit der heutigen Rasse des Pomeranian vergleichen, denn vielmehr handelte es sich bei diesen Hunden normaler Größe um Deutsche Spitze aus Pommern. Doch durch die Popularität der Königin wurde die Aufmerksamkeit der Briten somit erst auf diese Hunde gelenkt.
Selbst in Gemälden des Malers Sir Thomas Gainsborough wurden die Hunde der Königin dargestellt. Auf seinen Bildern lässt sich der Größenvergleich in Bezug auf den Menschen leicht erkennen. Die gemalten Hunde aus dem 18. Jahrhundert hatten etwa ein Gewicht zwischen 14-23 kg und reichten bis zu den Knien der Menschen. Sie waren also im 18. Jahrhundert noch deutlich größer als die heutige Hunderasse des Pomeranian.

Die britische Königsfamilie war es auch, welche einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Pomeranian als Hunderasse ausübte, und dies nicht nur durch die Königin Charlotte, sondern später auch durch ihre Enkelin, Königin Victoria. Beide Mitglieder der britischen Königsfamilie waren von ihren Spitzen so begeistert, dass sie eine eigene Zuchtstätte gründeten. Mit der Gründung des Kennel Club (Vergleichbar mit der Deutschen FCI) im Jahre 1873 wurde der erste Rassenstandard festgelegt.

Einer der ersten Hunde der sich entwickelnden Hundezucht der britischen Königsfamilie war „Windsor Marco“, ein besonders kleiner Pomeranian mit einem goldfarbenen Haarton. Diesen hatte Königin Victoria 1888 von ihren Reisen aus Italien mitgebracht. Italienische Spitze (Volpino Italiano) gelten als eine Seitenlinie und nicht direkt als Nachkomme des Deutschen Spitzes. Alten Berichten zur Folge hatte „Windsor Marco“ nur ein Gewicht von etwa 5-6 kg. Obwohl seit Gründung des Kennel Clubs in Großbritannien im April 1873 bereits Pomeranian ausgestellt wurden, brauchte es fast 30 Jahre, um die Aufmerksamkeit anderer Hundeliebhaber auf diese Rasse zu lenken. Denn unter den ersten Pomeranians verstand man damals Hunde mit teilweise über 30 cm Größe.

Als im Jahre 1891 „Windsor Marco“ von der Königsfamilie auf einer Ausstellung ausgestellt wurde, bekam er natürlich aufgrund seiner berühmten Familie mehr Aufmerksamkeit als es bei einem anderen Aussteller wohl gewesen wäre und alle waren völlig hingerissen von diesem Winzling.

So war es nicht verwunderlich, dass viele solch einen kleinen Hund besitzen wollten und Züchter begannen nur noch mit den kleinsten Hunden des Pomeranian zu züchten. Königin Victoria war es auch, welche durch Import von anderen kleineren Pomeranian aus verschiedenen europäischen Ländern die Zucht vorantrieb. Rückblickend kann gesagt werden, dass sie während ihres Lebens die Größe der ursprünglichen Pomeranian auf die Hälfte reduziert hat.

Erste Hinweise auf Pomeranian in Amerika findet man in einer Zeitungsannonce aus dem Jahre 1877, in welcher auf einen verloren gegangenen Hund mit Namen „Prado“ der Rasse Pommern aufmerksam gemacht wurde. In Amerika wurde der erste Vertreter dieser kleinen Hunde im Jahre 1898 im American Kennel Club registriert, der aber erst rund zwei Jahre später, im Jahre 1900 als eigene Hunderasse anerkannt wurde.

Im Jahre 1912 kamen zwei Pomeranian als Überlebende des Schiffsuntergangs der Titanic in die Schlagzeilen. Ihre Besitzer schmuggelten sie in Decken eingehüllt mit in die Rettungsboote, die zu Wasser gelassen wurden. Die Besatzung der Rettungsboote meinte wohl, es handelte sich hier um Babys.

Auch in Mitteleuropa veränderte sich die Spitzzucht, jedoch zunächst in die andere Richtung.

Die kleineren Arten von Spitzen betreute nach dem Ersten Weltkrieg nur noch der Verein für Deutsche Spitze. Die Bezeichnung "Zwergspitz" wurde abgeschafft und durch "Kleinspitz" ersetzt, die Standard-Obergrenze mit 28 cm festgelegt. Als der zweite Weltkrieg endete, orientierten sich die Liebhaber kleiner Hunderassen vorrangig an den Engländern. Auch der Kleinhundezüchter und bekannte Richter Joachim Weinberg entdeckte auf seinen Auslandsreisen den Pomeranian und importierte 1970 die ersten Hunde nach Deutschland. Nicht nur wegen der gewünschten Farbreinzucht der Spitze stieß er zunächst auf Probleme. Als er drei aus den USA importierte Junghündinnen 1973 zum Richten vorstellte, wurde er zunächst abgewiesen mit dem Hinweis, diese Hunde wären ja sehr schön, aber zur Zucht einfach zu klein. Unter maßgeblicher Mitwirkung und quasi in letzter Minute nahm sich der Hauptvorstand des Vereins für Deutsche Spitze der Miniatur Spitze an und gab ihnen einen neuen Namen „Zwergspitze“.

Ein Jahr später, am 3. Februar 1974, beschloss der Hauptvorstand die Einführung des Zwergspitzes und die Änderung des Standards, welcher jedoch zunächst eher unvollständig war. Es wurde zwar zusätzlich die Farbe "andersfarbig" aufgenommen, bei der Definition aber nur die Farben Blau, Creme, Biberfarben und Schecken aufgeführt. Dieses führte bei Hundeausstellungen zu unterschiedlichsten Richterbeurteilungen und viel Missmut. Offizielles Ziel des Vereins war es über viele Jahre, auch die Zwergspitze in das Schema der deutschen Farbreinzucht einzugliedern. Da dieses ein nicht mögliches Unterfangen war, wurde dieses Ziel später nicht mehr verfolgt.

Eine bewegende Geschichte für einen so kleinen Hund, aber heute gehört er so selbstverständlich zu unseren Hunderassen wie der Dackel oder Pinscher.

Charakter des Zwergspitz:

Als eine der ältesten Hunderassen überhaupt hat der Spitz eine besonders lange Verbindung zum Menschen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er eine große Menschenbezogenheit an den Tag legt. Aufgrund gerade dieser ausgeprägten Anhänglichkeit bleibt er jedoch ungern alleine.

„Mistbeller“ wurden die Spitze früher genannt und brachten sie etwas in Verruf. Dabei war es zu früheren Zeiten ja gerade seine Aufgabe, Haus und Familie zu beschützen und Fremden gegenüber mit großer Skepsis zu begegnen.

Eben durch ihre Hoftreue wurden Spitze früher gerne auf Bauernhöfen gehalten. Sie wurden über Generationen alleine dafür gezüchtet um die Höfe zu beschützen. Sie sollten durch bellen anzeigen wenn sich jemand näherte aber auch anzeigen wenn sie glaubten etwas stimmt hier nicht, eventuell ausgebüxte Kühe, Feuer oder ähnliches. Die Aufgabe der Hunde war es somit, zu bellen - laut und so laut, das auch jeder es mit bekam! Dazu rannten sie auch mal auf den höchsten Punkt den sie fanden - die Misthaufen! Von dort oben waren sie nicht nur besser zu sehen - sondern auch weithin bis auf die Felder zu hören - daher wurde dann ihr Name "Mistbella" abgeleitet. Manche Hunde hatten gar ihre Hundehütten genau auf den Misthaufen platziert - dort war es auch im Winter schön warm. Den Bauern war es damals halt völlig egal wie die Hunde aussahen - sie waren einfach da um ihren Job zu machen. Ein Spitz hat ein sehr feines Gehör und meldet zuverlässig alles, was sich seinem Territorium nähert. Diese Eigenschaft macht ihn zum geeigneten Wachhund, der jedoch alles Ungewöhnliche seinen Besitzern anzeigen möchte.

Schwerhörigen Menschen kann sein Bellen sogar nützlich sein, denn so verpassen sie sicher keinen Besucher an der Haustüre oder das Schellen des Telefons. In einer hellhörigen Mietswohnung sollte man sich eher nach einem anderen Hund umsehen, denn munteres bellen kann auch ein Ausdruck der unbändigen Lebensfreude des Zwergspitzes sein.

Wer sich für einen Zwergspitz als Begleiter entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass er möglicherweise einen (lautstarken) Wächter an seiner Seite hat. Sein Zuhause bewacht der Zwergspitz wie alle Spitze ohne wenn und aber. Fremde werden durch bellen angezeigt und Freunde freudig durch bellen begrüßt – damit seinem Herrn bloß kein Besucher entgeht. Um unkontrolliertem Kläffen möglichst schnell entgegen zu wirken, kann eine frühe Sozialisierung, vielleicht in einer Welpengruppe, sinnvoll sein. Durch eine konsequente Erziehung, die sich jedoch durch den Lerneifer des Spitzes durchaus leicht gestalten kann, wird aus dem als „Kläffer“ verschrieenen Zwergspitz ein Gefährte der mit seinem Menschen durch Dick und Dünn geht, und seiner Menschlichen Familie ein toller Kumpel und Spielgefährte ist.

Zwergspitze sind wie alle Spitze sehr kinderlieb. Sie lieben es, mit den Kleinen zu toben und passen bestens auf sie auf. Da der Zwergspitz Langeweile hasst, kann ihm gerade eine Familie mit Kindern die nötige Beschäftigung geben. Vergessen werden sollte trotzdem nicht, dass eine konsequente Erziehung auch solch eines kleinen Hundes das A und O ist, damit aus einem freudig bellenden spielenden Hund nicht ein unkontrollierter, nervtötender Kläffer wird. Obwohl Zwergspitze eher zart und winzig erscheinen, so sind sie durchaus selbstbewusst und eigenwillig. Kleine Kinder sollten dennoch nicht ohne Aufsicht mit den Hunden umgehen, damit weder Kind noch Hund Schaden nehmen.

Bei entsprechender Sozialisierung vertragen sich Zwergspitze ohne Probleme mit anderen Tieren.

Haltung und Pflege des Zwergspitz:

Zwergspitze können sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land gehalten werden. Gerade in ländlichen Gegenden eignen sie sich sehr gut, da sie keine Neigung zum Jagen besitzen. Auch gelten Spitze als hoftreu – sie werden sich nicht freiwillig von ihrem Herrn entfernen.

Bei in der Stadtwohnung gehaltenen Zwergspitzen sollte trotz ihrer geringen Größe nicht verkannt werden, dass auch sie Auslauf benötigen, sie müssen sich auch mal auspowern können. Das bedeutet jetzt nicht unbedingt lange Spaziergänge oder Dauerläufe, sondern eher mal mit seinem geliebten Ball spielen. Wer ihm besonders viel Aufmerksamkeit entgegenbringt, kann ihm durchaus auch das eine oder andere Kunststück beibringen. Selbst für die verschiedenen Hundesportarten wie Agility ist der Hund wegen seiner Wendigkeit, Größe und hohen Intelligenz bestens geeignet. Für alle Aktivitäten gilt jedoch: Es ist für Abwechslung zu sorgen, denn Eintönigkeit kann er überhaupt nicht ausstehen.

Es sollte vom Welpen an ein Training in allen Lebenslagen erfolgen, damit der Hund nicht ängstlich und angstaggressiv reagiert. Das kann dann schon mal zu extremen Trennungsängsten, übersteigertem Beschützerbedürfnis gegenüber seinem Herrn, bis hin zu aggressivem Verbeißen Fremder führen. Dies kann sich auch durch ein Bewachen seiner Spielsachen zeigen und er wird sicher früher oder später auch zuschnappen, wenn sein Wille ignoriert wird. Solchem unerwünschten Verhalten ist mit ausreichender Beschäftigung des Hundes entgegen zu wirken.

Die Erziehung des Zwergspitzes sollte so früh wie möglich erfolgen, damit sich nicht falsche Verhaltensweisen manifestieren. Dabei ist hier nicht nur Konsequenz erforderlich, sondern auch Fingerspitzengefühl. Zwar muss hier erzogen werden, doch bitte nicht autoritär oder mit grober Behandlung, denn das quittiert der Zwergspitz mit seinem ausgesprochenen Starrkopf. Positive Motivation jedoch macht seine Erziehung leicht.

Die Fellpflege gestaltet sich beim Zwergspitz, obwohl er ein langes weiches Fell hat, eher unproblematisch. Wie alle Hunde sollte er einfach einmal die Woche gründlich gegen den Strich gebürstet werden. Erst wenn das Fell zu verfilzen droht, sollte ein Kamm zu Hilfe genommen werden. Anders sieht es während des Haarwechsels aus, dann sollte die Fellpflege öfter und intensiver erfolgen. Ein Trimmen ist nicht unbedingt notwendig. Obwohl der Zwergspitz aufgrund seiner geringen Größe nicht viel Futter benötigt, ist er selber der Meinung, es kann nie genug sein. Da er ein guter Futterverwerter ist, sollte auf seine schlanke Linie geachtet werden.

Krankheiten der Zwergspitze:

Allgemein gelten die Zwergspitze wie alle Spitze als sehr robust und gesund. Nicht selten können sie ein Alter von über 15 Jahren erreichen.

Grundvoraussetzung ist eine sorgfältige Zucht und die Wahl eines Welpen von einem verantwortungsbewussten Züchter dieser Rasse. Dieser wird auch gewissenhaft alle nötigen Untersuchungen bei seinen Hunden vornehmen lassen um bereits im Vorfeld Erbkrankheiten auszuschließen. Denn nur mit völlig gesunden Hunden sollte gezüchtet werden!

Doch leider gibt es immer wieder Tiere die (wie bei allen Zwerghunden möglich) nicht vor Krankheiten gefeit sind. Gerade weil er so klein gezüchtet wurde (also nicht natürlicherweise so klein wurde!) tut sich die Evolution schwer mit seiner Gesundheit.

Manche vertreten die Meinung, dass die inneren Organe sich dem kleinen Hund noch nicht richtig angepasst haben, sie somit eigentlich im Verhältnis noch viel zu groß sind. Darin könnte ein Grund für sein oftmals vergrößertes Herz (Herzprobleme) gesehen werden.

Weitere Krankheiten können sein: Röchelnd Luft durch die Nase ziehen (Rückwärtsniesen oder Rückwärtshusten), Epilepsie, Knochenprobleme, Trachea (Krankheit der Luftröhre) und durch den Zwergenwuchs bedingte Probleme mit dem Gaumensegel.

Da Zwergspitze unter Umständen zu Zahnstein neigen, ist ein regelmäßiger Gang zum Tierarzt angebracht, damit man als Besitzer nicht für einen verfrühten Zahnverlust verantwortlich ist.

Pomeranian wird das üppige Langhaar angezüchtet, damit sein Teddygesicht schön zur Geltung kommt. Wie auch bei Samojeden, anderen Schlittenhunden oder Chow Chow (mit ähnlich üppigem Fell) kann es auch bei ihnen vereinzelt zur sogenannten Alopezia X kommen. Diese Hautkrankheit wird durch einen schrittweisen Haarausfall (Alopezie) am Hals und Rumpf gekennzeichnet. Bisher gibt es nur Vermutungen über die Ursache. Die Hunde fühlen sich nicht unwohl, daher wäre für die Gesundheit der Tiere eine Therapie nicht nötig und erfüllt nur einen kosmetischen Effekt. Außerdem gibt es bis heute noch keine 100% Therapie Lösungen, sondern nur Therapie Ansätze, die mal dem einen, mal dem anderen Hund besser helfen.

Steckbrief vom Zwergspitz (Pomeranian)
Ursprung: Deutschland/England
Aussehen: starker, mähnenartiger Kragen der sich um den Hals legt, eine buschig behaarte Rute nach vorne über den Rücken gerollt
fuchsähnlicher Kopf mit den flinken Augen und spitzen kleinen engstehenden Ohren
FCI Einteilung: Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 4 Europäische Spitze, Standard Nr. 97
Fell: doppeltes Haarkleid: Langes, gerades, abstehendes Deckhaar und kurze, dicke, wattige Unterwolle. Häufiger Fellwechsel
Farben: Schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt, andersfarbig
Unter der Bezeichnung andersfarbig fallen alle Farbtöne wie creme, creme-sable, orange-sable, black-and-tan und Schecken.
Schecken müssen eine weiße Grundfarbe haben. Die schwarzen, braunen, grauen oder orangen Farbflecken müssen über den ganzen Körper verteilt sein.
Größe: 20 cm ± 2 cm
(Exemplare unter 18 cm unerwünscht)
Gewicht: bis zu 4,5 kg
Lebenserwartung: sehr hoch, 15 Jahre und älter
Minis der Minis oder Mini-Poms:

Gerade in der neueren Zeit wird der Pomeranian zum beliebten Mode-Accessoire. Viele Promis lassen sich mit ihren Hunden auf Events fotografieren, wobei sie auch gerne den Zwergspitz präsentieren. Ein Grund, warum diese Rasse immer beliebter wird – zumal wenn die Hunde immer kleiner werden.
Aufgrund der Nachfrage bieten Züchter immer kleinere Exemplare an, oftmals noch in einem Alter, wo sie nicht von der Mutter getrennt werden sollten. Aber sie sehen so einfach „noch“ niedlicher aus. Diese Winzlinge können jedoch sehr schnell austrocknen oder lebensgefährlich unterzuckert werden. Ein seriöser Züchter wird seine Welpen nicht vor der 12. Lebenswoche abgeben.

Es ist jedem nur zu raten, sich vor dem Welpenkauf über einen Zuchtverband über die Seriosität eines Zwergspitzzüchters zu informieren. Dieses nicht nur zum Schutz der Hunde, sondern auch des Geldbeutels. Nicht selten haben gerade die ganz Kleinen, die ausgewachsen kaum 2 kg wiegen, große Erkrankungen. Offene Fontanellen, Verlagerung und Herausspringen der Kniescheibe (Patellaluxation) oder ein Zusammenfallen der Luftröhre mit Atemproblemen (Trachealkollaps) sind rassetypische Gesundheitsprobleme.


Buchvorstellungen, DVD oder anderes zum Zwergspitz