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Sheltie
Shelties

„Mini-Lassie“ – so wird der Sheltie häufig bezeichnet. Dieser kleine nordische Hütehund erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Besonders von Agility-Freunden wird der Sheltie aufgrund seiner Lebhaftigkeit, Gelehrigkeit und Ausdauer sehr geschätzt.


Geschichte

Wie der Name schon sagt, befindet sich der Ursprung des Shetland Sheepdog auf den ca. 80 km nördlich von Schottland liegenden Shetland-Inseln, aber auch auf den „äußeren Hebriden“, „Orkney“ und der Insel „Hoy“. 

In dieser rauen und kargen Gegend wurden zum Hüten der Schafherden kleine, genügsame, aber leistungsfähige und ausdauernde Hunde eingesetzt, die hauptsächlich von norwegischen und isländischen Walfängerschiffen importiert wurden. Es handelte sich um verschiedene nordische Rassen wie z.B. den isländischen Yakki, aber auch der schottische Rough Collie dürfte ein Vorfahre dieser spitzähnlichen Hunde gewesen sein. 

Von den ca. 100 Shetlandinseln sind nur einige wenige bewohnt, so dass die Hunde teilweise mit der Schafherde auf unbewohnte Inseln gebracht wurden, wo sie ganz auf sich allein gestellt tagelang verblieben, um dann zur nächsten Insel gebracht zu werden. Die heimischen Zwergschafe weideten dort das spärliche Gras und Moos an den Klippen ab, während die Hunde aufpassten, dass keines abstürzte und hierfür auch mal über die Rücken der Schafe springen mussten. Während dieser Zeit sorgten die Hunde selbst für ihr Futter, sie waren erfahrene Mäuse- und Kaninchenjäger. In ihrer Heimat wurden die Hunde auch „toony-dogs“ genannt, da sie die Schafe von den kleinen Häusern (= „toons“) der Einheimischen fernhalten mussten.

Die Entstehungsgeschichte des Sheltie ist nicht belegt, als sicher gilt lediglich, dass im Laufe der Zeit in die kleine Hütehundrasse der Shetland-Inseln der Collie mit eingekreuzt wurde. Das äußere Erscheinungsbild des Sheltie ist dem der Collies jedenfalls sehr ähnlich, nur dass der Sheltie wesentlich kleiner ist. Über die Existenz des Sheltie liegen erst seit 1840 Angaben vor. Außerhalb von Schottland wurde die Rasse Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt, als man auf seine hervorragenden Eigenschaften als Show- und Familienhund weltweit aufmerksam wurde. 1908 entstand der erste „Shetland-Collie-Club“. Der erste Rassestandard vom Sheltie wurde 1914 festgelegt. Anfangs wurde der Sheltie auch als „Show Collie en miniature“ oder „Shetland Collie“ bezeichnet. Während er in seiner Heimat auch heute noch hin und wieder als Hütehund eingesetzt wird, ist der Sheltie bei uns als intelligenter Sport- und Begleithund sehr beliebt.


Charakter

Der Sheltie ist ein intelligenter und fröhlicher kleiner Hund, den man zwar auch gut in einer Wohnung halten kann, der aber beschäftigt sein will. Tägliche ausgedehnte Spaziergänge, Spielstunden und sportliche Betätigung wie z.B. Agility sind für den lernfreudigen und lebhaften Sheltie ideal. Durch seine Hütehundabstammung neigt der Sheltie nicht zum Jagen. 

Er ist ein anhänglicher Familienhund, kinderfreundlich, aber Fremden gegenüber misstrauisch, ohne ängstlich zu sein. 

Durch seine Intelligenz gestaltet sich seine Erziehung sehr einfach, es sollte aber eine Bezugsperson vorhanden sein. Neue Übungen hat er oft bereits nach einmaligem Loben verstanden und „gespeichert“, Strafe ist niemals nötig, ein Erheben der Stimme ist für den sensiblen Sheltie bereits die härteste Ermahnung.  Der Sheltie ist ein sehr wachsamer Hund und neigt daher auch eher zum Bellen. Mit anderen Hunden und sonstigen Tieren ist der Sheltie sehr verträglich, mit Katzen und sogar Kleintieren hat er normalerweise keine Probleme. 
 

Verwendung:

Wie bereits erwähnt, ist der Sheltie aufgrund seiner Arbeitshund-Abstammung ein sehr sportlicher Hund. Er eignet sich für viele Hundesportarten, besonders beim Agility und Flyball ist er mit Begeisterung und Lernfreude bei der Sache. Auf dem Hundesportplatz kann man mit einem Sheltie Übungen zum Begleithund, zum Fährtenhund und sogar Rettungshund bis hin zur Prüfung absolvieren. Als Begleithund beim Joggen, Radfahren oder Reiten kann der Sheltie sein Bewegungsbedürfnis ausleben, wobei hier das Tempo und die Dauer natürlich seiner geringen Größe und den Witterungsbedingungen (z.B. weniger bei großer Hitze) angepasst werden müssen
 

Pflege:

Unter dem langen harten Deckhaar befindet sich eine üppige weiche Unterwolle. Trotz seines prächtigen Haarkleides ist der Sheltie ein pflegeleichter Hund, einmaliges Bürsten pro Woche genügt, die Unterwolle darf nicht herausgekämmt werden, da der Hund dann seinen natürlichen Schutz gegenüber der Umwelt verlieren würde. Allerdings darf die feine Behaarung um die Ohren und an den Vorderläufen öfter gekämmt werden, da hier gerne Verfilzungen auftreten. Nasses und kaltes Wetter machen dem Sheltie kaum etwas aus, seine Unterwolle hält ihn warm und Regenwasser fließt über das lange Deckhaar gut ab. Ein Vollbad mit Shampoo sollte man dem Sheltie ersparen, da die natürliche Fettschicht des Haarkleides und damit der Nässeschutz zerstört würde.
 


 
Gesamterscheinungsbildkleiner, gut proportionierter, kräftiger, langhaariger Arbeitshund
Charakterlebhaft, ausdauernd, intelligent, lernwillig, wachsam
Bewegunggeschmeidig, fließend und anmutig
Kopfschön geformter, edler Kopf mit lieblichem Gesichtsausdruck und schrägen mandelförmigen dunkelbraunen Augen (bei merle-farbigen Hunden dürfen die Augen auch blau oder blau gesprenkelt sein); kleine halbaufrechte Ohren mit nach vorne kippenden Spitzen
Rutelang, behaart, leicht gebogen
Farbenzobel oder sable (gold bis mahagoni)
schwarz-weiß
schwarz-loh (keine weißen Abzeichen erlaubt)
tricolor (schwarz-lohfarben-weiß)
blue-merle (silbrig blau, schwarz gesprenkelt oder marmoriert)
Außer bei schwarz-loh sind weiße Abzeichen als Blässe, am Halskragen, an Brust, Läufen und Rutenspitze erlaubt.
Wolfsfarbe, grau und weiß sind unerwünschte Farben.
Früher gab es noch die Farbe black and tan (schwarz-braun ohne weiße Abzeichen), die aber seit einigen Generationen gänzlich aus der Zucht verschwunden ist.
GrößeRüden: 34,5 – 39,5 cm Widerristhöhe
Hündinnen: 33 – 38 cm Widerristhöhe
Gewicht6 – 10 kg
Lebenserwartung12 – 16 Jahre
Mögliche Ebkrankheitenzentrale PRA (Progressive Retinal Atrophy) = vererbter, fortschreitender Netzhautschwund
CEA (Collie Ektasie-Syndrom) = Erkrankung der Lederhaut (äußere Augenhaut), immer begleitet von Albinismus
Patella-Luxation (Verrenkung der Kniescheibe)

Beim Club für Britische Hütehunde werden zur Zeit ca. 650 Sheltiewelpen pro Jahr ins Zuchtbuch eingetragen. Die Wurfstärke einer Sheltiehündin liegt bei durchschnittlich 4 Welpen.
 

Weitere Infos zur Rasse des Sheltie:

Club für britische Hütehunde e.V.
The Sheltie World
Eine Unterseite von Collie.de
Shelties of Working County
Britische Hütehunde in Not


Text: Kim  Fotos: 1,3-7 Privatbestand, 2 Barbara Schwartz
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