Hunderasse Samojede (Samoiedskaïa Sabaka)

Wo er auftaucht erregt der Samojede wegen seines schneeweißen Fells und seinem freundlichen Gesichtsausdruck gleich das Interesse von jedermann. Dabei war der Grund warum der früher in den Skandinavischen Ländern als reines Arbeitstier gehaltene Hund sich auch bei uns einer immer größeren Beliebtheit erfreut kein schöner.

Pelzhändler brachten einige Exemplare mit nach Europa um mit ihren weißen dichten Fellen Profit zu machen.


Ursprung und Züchtung:

Die Hunderassenbezeichnung Samojede wurde von den Samojeden-Stämmen abgeleitet, welche in Sibirien und Nordrussland lebten. Ursprünglich gab es jedoch eine Vielzahl von verschiedenen Fellfarben in den verschiedenen Regionen. Die südlich lebenden Stämme bevorzugten die weißen, schwarzen sowie braun gefleckten Hunde zum hüten ihrer Renntierherden. Die nördlich lebenden Stämme der Samojeden setzten eher reinweiße Hunde als Schlittenhunde ein. Allen gemeinsam war, das diese Hunde allgemein als Arbeitshunde gehalten wurden die auch ihre Menschen gegen angreifende Bären und Wölfe bewachten. Nachts wenn es kalt wurde, durften sie auch des Nachts mit in die Behausungen um sich dicht an die schlafenden Menschen zu kuscheln um so genügend Schutz vor Kälte zu liefern. Er kann somit als einer der ersten Familienhunde betrachtet werden, galt er doch als vollwertiges Mitglied seiner Familie.

Im 19. und 20. Jahrhundert entdeckten auch die ersten europäischen und amerikanischen Forscher die wegen ihrer Ausdauer und Zähigkeit bekannten Hunde für ihre Polarexpeditionen. Der britische Zoologe Ernest Kilburn-Scott, ein Bruder des Südpolforscher R.F.Scott, verbrachte mehrere Monate bei den Samojeden Stämmen und lernte dabei auch deren Hunde zu schätzen. Von seiner Reise brachte er einen braunen Rüdenwelpen mit nach England, später importierte er noch einen schneeweißen Rüden sowie eine cremefarbene Hündin ein. Zusammen mit den ebenfalls mitgebrachten Hunden der anderen heimkommenden Forscher, bildeten diese Hunde den Ursprung der Samojeden in Europa. Ernest Kilburn-Scott gilt somit als der Begründer der Samojedenzucht, die zum damaligen Zeitpunkt zwei verschiedene Typen von Samojeden vorsah: Den etwas hochbeinigen stabil gebauten und den etwas kleineren jedoch stärker gebauten Hundetyp. Der erste Standard für diese Rasse wurde in England des Jahres 1909 aufgestellt.
Heute existieren noch abweichende Standards je nach Kontinent. Es gibt den englischen Standard (The British Samoyed Club), den amerikanischen Standard (American Kennel Club AKC) sowie in Deutschland den FCI-Standard der auch für alle weiteren der FCI angeschlossenen Mitgliedsländer gilt. Seit seiner Gründung im Jahre 1968 ist auch der Deutsche Club nordischer Hunderassen (DCNH) für die Einhaltung der Zuchtstandards verantwortlich.

Wesen, Charakter und Eignung:

Samojeden sind selbständiges handeln gewohnt und dieses auch bei der Bindung zum Menschen. Er ordnet sich unter, ohne sich jedoch völlig in die Kontrollierbarkeit des Menschen zu begeben. Er kann sich in Familien integrieren ist aber nicht unbedingt ein reiner Familienhund.

Samojeden sind in ihrem Arbeitswillen kaum zu zügeln und wollen bei allem erster sein möchte. Das lässt sich auch mal am heftigen „an der Leine ziehen“ erkennen. Diesen "desire to go" (der Vorwärts drang) ist ihm angeboren, was ihm als Zughund bei der Schlittenarbeit zugute kam. Selbstverständlich kann man den Hunden diese Eigenschaft ab trainieren aber fraglich ist dann überhaupt, WARUM es denn ein Samojede sein soll, wenn man ihm die nur ihm eigenen Charakterzüge nehmen möchte? Besser ist doch dann sich einen Hund einer anderen Rasse ins Haus zu holen die seinen eigenen Vorstellungen „wie ein Hund zu sein hat“ näher kommen – oder sich damit anzufreunden, mit dem Hund „mehr“ zu machen als schlichtes Gassi gehen.

Durch seine Herkunft, Intelligenz, Anpassungsfähigkeit sowie seiner früheren Bestimmung als Schlittenhunde, eignet sich der Samojede auch heute noch als vielseitig veranlagter Arbeits- oder Begleithund. Als wirklichen Allrounder sollte man ihn aber daher nicht bezeichnen, aber kaum eine andere Hunderasse kann für sich dieses beanspruchen. Wird man dem eigenen Wesen des Samojeden gerecht, so eignet er sich bei konsequenter liebevoller Erziehung hervorragend für den Hundesport und alle anderen Outdooraktivitäten wie wandern und bergsteigen. Kann ein Samojede sich nicht richtig aus powern oder ist mit seinen Aufgaben völlig unterfordert, sucht er sich eigene Aufgaben. So kann die Wohnung am Abend anders aussehen als man sie verlassen hat.

Liebhaber des Samojeden setzten ihn auch heute noch gerne als Schlittenhunde ein. Doch bei allem Leistungswillen reicht die Kraft der Samojeden nicht für lange Strecken, denn auf Grund seiner Anatomie ist er eher der schnelle Sprinter. Bei den meisten Schlittenhunderennen finden somit die noch schnelleren Huskys oder kräftigeren Malamutes ihren Einsatz.

Steckbrief vom Samojeden
Kopf: Der Kopf soll kräftig und keilförmig, der Hals kräftig und mittellang sein.
Körperbau: Etwas länger als hoch; tief und kompakt, dabei jedoch geschmeidig. Widerrist : Deutlich betont. Rücken : Mittellang, muskulös und gerade; bei Hündinnen etwas länger als bei Rüden. Lenden : Kurz, sehr kräftig und klar abgegrenzt. Kruppe : Voll, kräftig, muskulös, leicht abfallend. Brust : Breit, tief und lang, fast bis hinunter zu den Ellenbogen reichend, Rippen gut gewölbt. Untere Profillinie und Bauch : Mäßig aufgezogen.
Gliedmaßen: Vorderhand:Allgemeines : Gut gestellt; muskulös mit kräftigen Knochen. Schulter : Lang, fest anliegend und schräg gelagert. Oberarm : Schräg gelagert, dicht am Körper anliegend. Ungefähr ebenso lang wie das Schulterblatt. Ellenbogen : Dicht am Körper anliegend. Karpalgelenk : Kräftig, jedoch flexibel. Vordermittelfuß : Leicht schräggestellt. Vorderpfoten : Oval, flexibel, gerade nach vorn gerichtet; lange, gewölbte, nicht zu fest zusammengefügte Zehen. Elastische Ballen.
Hinterhand: Allgemeines : Von hinten gesehen gerade und parallel stehend, sehr stark bemuskelt. Oberschenkel : Mittellang, recht breit und muskulös. Knie : Gut gewinkelt. Sprunggelenk : Ziemlich tiefstehend und gut gewinkelt. Hintermittelfuß : Kräftig, kurz, senkrecht und parallel gestellt. Hinterpfoten : Gleich den Vorderpfoten. Afterkrallen sollten entfernt werden.
Bewegung: Kraftvoll, frei, mühelos erscheinend, mit weit ausgreifenden Schritten. Die Vorderhand zeigt guten Raumgriff, die Hinterhand viel Schubkraft.
Farben: Reinweiß, cremefarben oder weiß mit Bisquit, wobei die Grundfarbe weiß sein muß und nur einige wenige Bisquit-Abzeichen aufweisen darf. Keinesfalls darf das Haar blaßbraun wirken. Die ursprünglichen Samojeden traten auch in anderen Fellfärbungen wie braun oder schwarz auf, dies entspricht jedoch nicht dem heutigen Zuchtstandard.
Haarkleid: Ein besonderes Merkmal des Samojeden ist das Haarkleid, das üppig, dick, elastisch und dicht sein sollte.
Größe: Die Widerristhöhe für Rüden beträgt ca. 57 cm, bei Hündinnen ca. 53 cm.

Buchvorstellungen, DVD oder anderes zum Samojede