zum Tierwissen
Tierwissen » zurück » Hunde » Hunderassen » Hundekrankheiten
Der Rauhaardackel
„Es menschelt in einer Dackelseele wie in keiner anderen Hundeseele.“
(Zitat von Horst Stern)

Der Rauhaardackel ist wohl heute der beliebteste der drei verschiedenen Haarvarianten des Teckels und wird von Jägern ebenso geschätzt wie er als Familienhund beliebt ist. Obwohl ihm Sturheit nachgesagt wird und er durch seinen berühmten Dackelblick allseits bekannt ist, wird sein liebenswertes Wesen von Groß und Klein gleich geschätzt und wer einmal einen Rauhaardackel als Begleiter hatte, der wird diese Rasse gerne wieder wählen.
 

Kuno, ein quirlicher 10 Monate alter Rauhaardackel
Mit der Nr. 148 werden alle Dachshund-Variationen von der FCI (Fédération Cynologique Internationale ) geführt. Dackel (auch Dachshunde oder Teckel genannt) werden in drei Größen unterteilt (Dackel, Zwergdackel und Kaninchendackel) und pro Größe in je 3 verschiedene Schläge, je nach Haarstil (Langhaar, Kurzhaar oder Rauhaar).
 
Typischer Rauhaardackel, hier unser KunoSina zeigt deutlich, das Dackel oft pummelig werden können

Im Jahr 2000 wurden beim VdH (Verband für das Deutsche Hundewesen) insgesamt 8.756 Welpeneintragungen beim Teckel vorgenommen, mit rückläufiger Tendenz. Im Jahr 1996 waren es noch über 12.000 Welpeneinträge. Trotzdem ist der Dackel seit vielen Jahren an zweiter Stelle bei der Welpenstatistik des VdH, nach dem Deutschen Schäferhund.
 


Geschichte
Die ersten Aufzeichnungen über dackelähnliche Hunde stammen bereits aus dem Mittelalter. 
Ronja, etwa 6 Monate altEs wurde von kleinen, kurzhaarigen, „raubzeugscharfen“ Hunden berichtet, die aber wenig Ähnlichkeit mit dem heutigen Dackel hatten. Damals waren die Hunde noch hochbeiniger und hatten einen etwas nach oben gewölbten Rücken.

Die genaue Entstehungsgeschichte lässt sich leider nicht zurück verfolgen, man kann nur Vermutungen zur Herkunft der Dackel anstellen.

Alle Dackelarten wurden ursprünglich rein für den jagdlichen Einsatz gezüchtet, wobei die kurzhaarige Teckelversion die Stammform der anderen Dackel sein dürfte. Durch Einkreuzung von verschiedenen Terrierarten, Pinschern und Bracken erhoffte man sich eine Verbesserung der jagdlichen Schärfe bei den Dachshunden. Weil die Hunde hauptsächlich zum Stöbern in Fuchs- und Dachsbauten gebraucht wurden, nannte man sie damals Tachskriecher, Tachswürger, Tachsschliefer oder auch Taxel, wovon sich der heutige Begriff „Dackel“ ableitet.
Seufz, die Fotografin hat meinen Namen vergessen, ich hoffe Frauchen sieht mich hier....
Hinsichtlich des Haarkleides schlägt beim heutigen Rauhaardackel häufig noch das weiche Fell des Dandie-Dinmont-Terriers durch. In der Zucht ist dieses weiche Fell aber nicht erwünscht (fehlerhaft) und besonders bei Jägern ist solch ein Hund verpönt, da er nicht ausreichend „wetterfest“ sei. Als Familienhund eignen sich die Rauhaardackel mit dem weichen Fell aber natürlich genauso gut wie die mit einem drahthaarigen Fell. Weiterhin sollen auch Schnauzer bei den rauhaarigen Dachshunden mit eingekreuzt worden sein. Hierdurch wurden ziemliche Unterschiede im Erscheinungsbild des Rauhaarteckels erreicht, die schließlich durch die Einkreuzung von Kurzhaardackeln wieder vereinheitlicht wurden.
Im Jahr 1734 wurde der „Tachskriecher“ von Johann Tänzer als eine „absonderliche und schlimmbeinige Hundeart“ bezeichnet. Bereits damals waren die Dackelbeine sehr kurz und krumm. Heute sind diese Skelettdeformationen nicht mehr erlaubt, die Dackelbeine sollen zwar kurz, aber gerade stehend sein.

Das erste Dackelbuch wurde im Jahr 1885 geschrieben. Als erster Klub wurde im Jahr 1888 der Deutsche Teckelklub gegründet.

Die beiden kleinen Dackelarten, Zwerg- und Kaninchenteckel, entstanden erst Anfang des 20. Jahrhunderts.

Während man die Dachshunde in Norddeutschland als Teckel bezeichnet, ist der Ausdruck Dackel im Süddeutschen Raum gebräuchlich.

 


Erziehung
Der Rauhaardackel ist – wie bereits erwähnt – ein Jagdgebrauchshund und wurde hauptsächlich für die Arbeit im Fuchsbau gezüchtet. Hierfür ist es erwünscht, dass der Hund hartnäckig, energisch und furchtlos seine Arbeit verrichtet und auch eigenständige Handlung zeigt. Hieraus entstand seine sprichwörtliche „Sturheit“, die bei keiner anderen Rasse so häufig erwähnt wird wie beim Dackel. Ein typisches Dackelgesicht zeigt uns hier Lisa...,-)Der Jäger weiß diese Eigenschaften an dem kleinen Hund sehr zu schätzen, in der Familie sollte man aber darauf achten, dass der Dackel nicht die Führung übernimmt und dadurch zum kleinen Tyrann werden kann. Auch ein kleiner Hund braucht konsequente, aber dennoch liebevolle Erziehung und ganz besonders ein hartnäckiger Dackel. In einer Hundeschule die Grundbegriffe der Erziehung zu lernen, sollte auch für Dackelbesitzer angebracht sein und die Teckel haben bei den an sie gestellten Aufgaben ihren Spaß. Ein Dackel möchte nämlich gerne beschäftigt sein, wenn man ihm dies und dazu noch Abwechslung nicht bieten kann, wird er sich selbst eine Beschäftigung suchen, wie zum Beispiel das Blumenbeet umgraben, Kinder auf Fahrrädern jagen, Schuhe zerkauen oder ähnliches.

Die Erziehung von Dachshunden ist nicht schwieriger als bei anderen Hunderassen, mit Liebe, Konsequenz und Geduld ist ein Dackel zu einem angenehmen Begleiter erziehbar. Die Begleithundeprüfung kann man mit einem Dackel leicht schaffen, während Agility keine gute Beschäftigungsform darstellt, eben wegen dem nicht belastbaren Rücken der Hunde.
 


Haltung
Bei allen Dackeln muss bedacht werden, dass sie - bedingt durch ihren langen Körperbau auf den im Verhältnis zu kurzen Füßen - empfindlich für Rückenerkrankungen sind. Besonders Bandscheibenschäden, oft als Dackellähme bezeichnet, sind bei Teckeln weit verbreitet. Treppensteigen und Sprünge sollten für alle Dackel deshalb tabu sein! Beim ersten Anzeichen für einen Rückenschaden bitte sofort den Tierarzt aufsuchen! Die heutige Medizin hat für solche Erkrankungen wirksame Präparate, aber es gilt natürlich, möglichst früh erkennen, um wirksam eingreifen zu können. Aus den gleichen Gründen sollte beim Dackel unbedingt darauf geachtet werden, dass er kein Übergewicht mit sich herum trägt, jedes Gramm zu viel belastet den Rücken unnötig. 

Wenn man von ihrer Rückenschwäche absieht, sind Dackel robuste und gesunde Hunde, die außer für Impfung und Wurmkur selten einen Tierarzt brauchen. Dachshunde sind kinderlieb und fügen sich gut in die Familie ein. Der Dackel ist kein Zwingerhund und sollte seinen Platz in der Wohnung haben. 

Wie alle Hunde, brauchen auch Dackel ihren Auslauf, allerdings ist ihr Bewegungsbedürfnis nicht allzu groß. Ausgedehnte Spaziergänge werden aber mit Begeisterung bewältigt, Dackel haben eine gute Kondition und Ausdauer. Autofahrten mit dem Dackel sind problemlos, wenn man bereits den jungen Hund daran gewöhnt. 

Der Rauhaardackel ist auch ein ausgesprochen wasserfreundlicher Hund. Baden und planschen in Gewässern gehören zu seinen liebsten Beschäftigungen.

Lisa beim spielen im Wasser


Verhalten und Charakter
Ebenfalls durch seine ursprüngliche Bestimmung als Jagdhund neigt der Dackel zum Kläffen. Wenn der Dackel eine Wildspur verfolgt, zeigt er seine Begeisterung lautstark, indem er dabei Jaul- und Kläfftöne von sich gibt, der Jäger weiß dadurch, wo sich der Hund gerade aufhält und kann auch an der Art des Kläffens erkennen, welche Art Spur der Hund gerade verfolgt bzw. wie frisch die Fährte ist. 
Bei der Haltung als Familienhund kann zuviel Gebelle unterbunden werden, indem man dem Hund eine Beschäftigung bietet. Dies kann zum Beispiel das Spiel mit Kindern sein, wobei der Rauhaardackel sehr kinderlieb ist und er begeistert mit Kindern wild tobend durch den Garten saust. Der Rauhaardackel ist weder ängstlich noch aggressiv, er zeigt gegenüber unbekannten Dingen eine interessierte Neugier.
Dem Dackel als Jagdhund ist folgender Spruch gewidmet:
 
Durch Dornen und Hecken, durch Felsen und Spalt 
laut jagen und stöbern in Bruch und Wald,
suchen und finden, das Kranke gestellt,
auf Schweißfährte sicher, das Tote verbellt,
in tiefdunkeln Bauen, tobende Schlacht,
das ist's, was einen "Gebrauchsteckel" macht.
(Müller/Langen)

Begegnet dem Rauhaardackel beim Spaziergang eine frische Fährte oder es läuft ihm ein Hase über den Weg, ist er kaum zu bremsen. Hier sollte frühzeitig eingegriffen werden, zum Beispiel durch den Besuch einer guten Hundeschule. 

Spätestens im Alter von 9 – 12 Monaten erwacht in dem Hund der Jagdtrieb. Sollte der Dackel während einem Spaziergang wegen einer Fährte abhanden kommen, wartet man am besten am „Verlorenpunkt“ auf ihn. Es kann zwar Stunden dauern, aber der Dackel wird zu diesem Punkt zurückkehren und dort sein „Rudel“ suchen, bevor er sich selbst auf den Heimweg begibt.Ich sehe was... und da will ich hin.. Kuno auf der Lauer
Jeder Dackel möchte seinem Herrn gefallen und ist gerne bestrebt, den Wünschen und Anforderungen, die an ihn gestellt werden, gerecht zu werden. Er ist ein sehr intelligenter, lernfreudiger und temperamentvoller Hund.
 

Pflege
Die Pflege des Rauhaardackels beschränkt sich normalerweise auf gelegentliches Bürsten, da das Fell sehr pflegeleicht ist. Tägliches Bürsten kann bei seidenhaarigen Rauhaardackeln angebracht sein, weil sonst Verfilzungen entstehen können. 
Rassestandard
Gesamterscheinung:Niedere, kurzläufige, langgestreckte Gestalt, sehr muskulös, Haltung des Kopfes keck herausfordernd, aufmerksamer Gesichtsausdruck. Die obere Profillinie verläuft harmonisch vom Nacken bis zur leicht abfallenden Kruppe.
Proportionen:Die Körperlänge soll in einem harmonischen Verhältnis zur Widerristhöhe stehen, etwa 1 zu 1,7 bis 1,8.

Der Bodenabstand soll etwa ein Drittel der Widerristhöhe betragen.

Körperbau:Langgestreckter, eher flacher Kopf, gleichmäßig zur Nase hin schmaler werdend, jedoch nicht spitz, nur angedeuteter Stop. Deutlich ausgebildete Augenbrauenbögen. Ovale, mittelgroße, gut auseinander liegende Augen mit klarem freundlichem Ausdruck, dunkelrotbraun bis schwarzbraun. Glas-, Perl- oder Fischaugen können bei gefleckten Hunden vorkommen. Nicht übertrieben lange und nicht zu weit vorne angesetzte, abgerundete Ohren, dicht an der Wange anliegend. Frei und hoch getragener Hals. Leicht gewölbter Nacken, ausgeprägter Widerrist, fester und gut bemuskelter Rücken, gerade oder leicht nach hinten geneigt, mit breiter und leicht abfallender Kruppe.

Kräftige und gut ausgeprägte Brust mit ausreichend Platz für Herz und Lunge. Leicht aufgezogener Bauch. Die Rute wird in Verlängerung der Rückenlinie getragen und ist nicht zu hoch angesetzt, eine geringfügige Krümmung im letzten Drittel ist erlaubt.

Die Gliedmaßen sind kräftig bemuskelt und gut gewinkelt mit weder ein- noch ausdrehenden Ellenbogen. Gerade nach vorne gerichtete Pfoten mit gut gepolsterten Ballen und kurzen kräftigen Krallen.

Bewegung:Raumgreifende, fließende und schwungvolle Bewegung mit kräftigem Schub und einer leicht federnden Übertragung auf die Rückenlinie.
Fell:Gleichmäßig anliegendes, dichtes, drahtiges Deckhaar, mit Unterwolle durchsetzt. Deutlich ausgeprägter Bart, buschige Augenbrauen. Die Ohren sind gleichmäßig kurz- und glatthaarig. Rute gleichmäßig und eng anliegend behaart.
Größen und Gewicht:Die Einordnung der Dackel in die verschiedenen Größen erfolgt frühestens im Alter von 15 Monaten anhand einer Messung des Brustumfangs.

Standarddackel: Brustumfang 35 cm und mehr
Gewicht ca. 6 – 9 kg

Zwergdackel: Brustumfang 30 – 35 cm
Gewicht ca. 4 – 5 kg

Kaninchendackel: Brustumfang weniger als 30 cm
Gewicht bis 4 kg

Farben:Saufarben (braun-grau meliert), schwarz mit roten Abzeichen oder dürrlaubfarben (blond).

Selten getigert, gestromt oder schokoladenbraun

Lebenserwartung:15 Jahre, häufig älter
Nachwort

Obwohl die Dackelbeine laut Rassestandard gerade mit nach vorne gerichteten Pfoten und weder ein- noch ausgedrehten Ellenbogen sein sollen, habe ich leider andere Beobachtungen bei Hundeausstellungen gemacht. Anscheinend geht die Zucht in die Richtung, dass die Körper immer noch länger und die Füße noch kürzer und krümmer gezüchtet werden. Es ist mir schleierhaft, warum man bei dieser Rasse heutzutage wieder solchen „Krüppelwuchs“ fördert. 

 
Tierwissen » zurück » Hunde » Rassen » Krankheiten
Copyright 05/2002 © Tierwissen.de
Text: Kim     Fotos: (1-5;8+9) Chawera, (6+7) Fila    Layout: Chawera



Alle Texte und Fotos dieser Tierseite sind Urheberrechtlich gesch�tzt
Eine Ver�ffentlichung au�erhalb dieser Internetpr�senz untersagen wir hiermit ausdr�cklich!
Ausnahmen gelten nur f�r die Autoren bzw. Fotografen, sowie mit schriftlicher Genehmigung.
Jede unerlaubte Handlung (Textdiebstahl oder Fotonutzung)
wird durch uns ohne Ausnahme rechtlich verfolgt!