Portugiesische Wasserhund (Cão de Água Português)

Der portugiesische Wasserhund ist eine heute sehr seltene Hunderasse, da sein ursprünglicher Einsatz als Helfer und Begleiter der Fischer an der Algarve durch die Reduzierung der Küstenfischerei nicht mehr benötigt wird.

Der Cão de Água Português wird heute als Familienhund und sportlicher Partner geschätzt.

Weltweit wird seine Zahl auf ca. 1.000 Hunde geschätzt, mit gleich bleibender Tendenz.

Der Cão de Água Português gehört zu den von der FCI anerkannten portugiesischen Hunderassen (FCI-Gruppe 8, Sektion 3, Standard Nr. 37).

Foto: Welpe des Cão de Água Português

Ursprung und Geschichte:

Vor hundert Jahren war der Cão de Água Português an den Küsten Portugals, vor allem aber an der Algarve eine weit verbreitete Hunderasse. Für die Fischer war er ein zuverlässiger und einsatzfreudiger Arbeitsgefährte. Durch die technische Entwicklung wurden nicht nur viele Fischer arbeitslos, sondern auch die Hunde. Zeitgleich mit dieser Entwicklung wurde der Cão de Água Português immer seltener. Die Fischer brauchten die Hunde nicht mehr. So war es nur logisch, dass diese Hunderasse fast ganz von der portugiesischen Bildfläche verschwand.

Cão de Água Português - der Arbeiter
Der Wasserhund galt bei der Mannschaft des Fischerbootes als vollwertiges Mitglied. Seine Aufgabe bestand vor allem darin, Fischschwärme ins Netz der Fischer zu treiben. Der Cão de Água Português konnte problemlos längere Distanzen im Wasser zurück legen. So nutzten ihn die Fischer auch als Kurier zwischen den Fischerbooten, oder zwischen dem Boot und dem Festland. Waren die Fischer im Hafen, setzten sie den Hund als Wachhund ein. Dass die Fischer den Cão de Água Português schätzten, zeigt sich in der Entlöhnung. Dem Hund stand bis zur Hälfte des Anteils eines Fischers zu.

Bereits die Römer kannten die Cão de Água Português
Bereits zu den Zeiten von Kaiser Augustus (63 v.Chr.-14. n Chr.) kannte man offenbar den Cão de Água Português. In Fresken und Statuen wurde dieser Wasserhund festgehalten. Die Römer nannten ihn damals "canis leo" – den Löwenhund. Diesen Namen bekam er durch seine heute noch übliche Schur. Die Ähnlichkeit mit einem Löwen ist unverkennbar. Der Ursprung dieser Hunderasse ist bis heute unbekannt. Es gibt zwar Theorien, diese aber näher zu erläutern wäre nicht ganz seriös, denn gefestigte Grundlagen gibt es dafür nicht. Sicher ist nur, dass seine Besitzer meistens einfache, ärmere Leute waren, deren Geschichte kaum dokumentiert ist.

Der Cão de Água Português heute:

Seit Ende der siebziger Jahre - das ist kurz nach der portogiesischen Revolution (1974) - wird diese Rasse wieder vermehrt gezüchtet. Heute wird er vor allem aus Spaß von portugiesischen Familien gehalten. Vereine führen auch Züchterprüfungen durch, bei denen der Hund ins Wasser geschickt wird. Den einstmaligen Stellenwert wird er allerdings nie mehr erhalten.

Aufwind bekam der Portugiesische Wasserhund durch die Tatsache, das ein Hund mit Namen Bo als First Dog der USA in das Weiße Haus einzog. Der Welpe war ein Geschenk des Senator Edward Kennedy an die Familie Obama da eine Tochter eine Hundeallergie besaß. Da der Cão de Água Português kaum Haare verliert, wird er als eine der Hunderassen angesehen, die für Tierhaarallergiker geeigneter erscheint.

Charakter des Cão de Água Português:

Als Familienhund ist der Cão de Água Português hervorragend geeignet. Er ist sehr kinderlieb, freundlich, aber auch wachsam. Fremde zeigt er an, ohne ein Kläffer zu sein. Er steckt voller Energie und benötigt ausreichend Bewegung und Beschäftigung. Wenn er seinen Apportierdrang und seine Wasserfreude ausleben darf, ist er ein ausgeglichener Hund, mit dem man keine Probleme haben wird.

Der portugiesische Wasserhund hat ein starkes Selbstbewusstsein, viel Temperament, kann auch mal etwas eigensinnig sein.

Mit liebevoller Motivation und viel Lob ist er aber leicht erzihbar. Er will aber täglich ausreichend beschäftigt werden und zeigt im Sport seine Unermüdlichkeit.

Er ist ein außergewöhnlich intelligenter Hund, begreift sehr schnell und ist Mensch und Tieren gegenüber grundsätzlich freundlich eingestellt.

Pflege des Cão de Água Português:

Um der Bildung von Filz vorzubeugen, sollte der portugiesische Wasserhund mindestens 1 x pro Woche gründlich gebürstet werden. Auch tote Haare werden so ausgekämmt und das Fell bekommt dadurch seinen Glanz.

Baden ist normalerweise nicht nötig, wenn der Hund ausreichend Möglichkeit hat, in einem natürlichen Gewässer seiner Schwimmfreude nachzugehen. Trotzdem kann ein gelegentliches Bad nötig sein, aber nicht zu oft.

Wer mit seinem Cão de Água Português auf Ausstellungen gehen möchte, muss ihn dort mit dem typischen „Löwenschnitt“ präsentieren.
Dieser Löwenschnitt hatte einen Ursprung. Um Lungen und das Herz vor der Kälte des Wassers zu schützen, hatte man damals die Hunde von der Rückenmitte abwärts geschoren. Das ist noch ein Relikt aus der Vergangenheit, wird aber meist heute noch so gehalten.

Steckbrief des Cão de Água Português
Ursprung: Portugal
Kopf: Der Kopf ist kurz, rundlich mit breiter Schnauze.
Bezeichnend sind seine großen Schlappohren.
Körper: Der Körperbau ist robust und ausgewogen, die Bewegung ruhig und kontrolliert.
Die Beine sind mittellang und kräftig mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen.
Rute: Die Rute ist lang, hängend, spitz zulaufend, etwas nach oben getragen.
Fell: Er hat langes, dichtes meist verwuscheltes Fell, das wasserfest ist.
Farben: Die Cão de Água Português gibt es von hellbeige, bräunlich, bleigrau bis schwarz.
Größe: Rüden: 50 - 57 cm. Idealgröße 54 cm.
Hündinnen: 43 - 52 cm. Idealgröße 46 cm.
Gewicht: Rüden: 19-25 kg
Hündinnen: 16-22 kg

Buchvorstellungen, DVD oder anderes zum Cão de Água Português