Keine Erklärung unserer Krankheitsbilder ersetzt einen Besuch bei einem Fachtierarzt


Hundekrankheiten - Zecken beim Hund

Da Zecken Überträger von zahlreichen Infektionskrankheiten (z.B. FSME, Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose) sind, sollte jeder Hundehalter sich gewissenhaft bemühen, seinen Hund von den Plagegeistern zu befreien oder ihn vorbeugend zu schützen.

Foto: Eine voll gesaugte Zecke im Hundefell

Hunde werden meist im Garten oder beim Spaziergang von Zecken befallen. Zecken halten sich bevorzugt im Unterholz der Wälder, in Sträuchern und hohen Gräsern auf, bis zu einer Höhe von ca. 1,50 Meter. Entgegen der landläufigen Meinung lassen sich Zecken nicht von Bäumen auf ihre Opfer fallen, sondern werden im Vorübergehen abgestreift und suchen sich dann eine Saugstelle, am liebsten auf feuchtwarmen, gut durchbluteten Körperpartien. Beim Hund werden die Stellen an Kopf, Hals, Schultern, Bauch, Anal- und Achselgegend bevorzugt von Zecken befallen.


Nach jedem Spaziergang bzw. Aufenthalt im Freien sollte der Hund sofort auf Zecken abgesucht werden. Man kann oft verhindern, dass sich Zecken fest beißen, wenn man die Tierchen bereits findet, wenn sie noch im Fell herum krabbeln auf der Suche nach der geeigneten Beißstelle. Bei kurzhaarigen Hunden gestaltet sich die Zeckensuche meist einfacher als bei langhaarigen. Die Infektionsgefahr ist umso geringer, je früher man die Zecke entfernt. Bis zu 2 Stunden nach dem Festsaugen der Zecke ist die Erkrankungsgefahr kaum gegeben. Frühestens ab dann werden die Erreger von der infizierten Zecke an das Blut des Wirtstieres abgegeben.


Was kann man vorbeugend tun?

Beim Tierarzt erhältlich sind seit einigen Jahren Anti-Zecken-Ampullen. Diese Flüssigkeit wird beim Hund zwischen die Schulterblätter direkt auf die Haut aufgetragen. Hierzu werden die Haare im Nacken des Hundes geteilt, so dass der Wirkstoff gut auf die Haut geträufelt werden kann. Das Medikament hat eine Wirksamkeit von etwa 4 – 6 Wochen. In dieser Zeit bleibt der Hund von Zecken weitgehend verschont. Sollte sich trotzdem eine Zecke auf einem so behandelten Hund finden, stirbt sie schnell oder fällt ab. Selten treten Nebenwirkungen beim Hund auf, evtl. kann es zu Hautreizungen kommen, die aber nach 1 – 3 Tagen meist wieder verschwinden.
Nicht ganz unbedenklich ist der Einsatz dieser Ampullen für Mensch und Haustiere wegen seinem Inhaltsstoff Permethrin, einem Insektenvernichtungsmittel. Oral eingenommen ist dieses Nervengift nicht sehr gefährlich, gerät es aber in den Blutkreislauf, kann es die Nerven zerstören. Darum bitte unbedingt darauf achten, dass der Hund keine offenen Verletzungen (Kratzer) hat, wenn Sie die Ampulle auftragen. Vorsorglich sollte man Einmal-Handschuhe tragen beim Ausdrücken der Ampullen.

Leider ist vorhersehbar, dass Zecken (wie auch andere Insekten) in nächster Zeit Resistenzen gegen Permethrin entwickeln werden.

Anti-Zecken-Halsbänder sind ebenfalls ein guter Schutz für den Hund. Die Wirksamkeit beträgt je nach Präparat ca. 2 bis 6 Monate. In geschlossenen Räumen können die Wirkstoffe allerdings nicht ganz ungefährlich für den Menschen sein. Besonders kleine Kinder könnten evtl. allergisch auf die Inhaltsstoffe reagieren. Beim Hund treten sehr selten Nebenwirkungen wie Hautreizungen auf. Halsbänder zum Schutz vor Zecken sollten beim Tierarzt erworben werden. Im Handel sind Halsbänder mit sehr vielen unterschiedlichen Wirkstoffen erhältlich. Einige davon sind gänzlich unwirksam gegen Zecken, andere wiederum so giftig, dass man einen Hautkontakt vermeiden sollte. Ihr Tierarzt wird sie hierzu gerne beraten.

Foto: Im hohen Gras lauern die Zecken

Sowohl die Ampullen als auch die Halsbänder sind „wasserfest“. Wenn Ihr Hund damit schwimmen geht, ergibt sich keine Minderung der Wirksamkeit. Beim Baden mit Shampoo kann die Wirksamkeit allerdings aufgehoben werden.

Im Handel erhältlich sind auch Anti-Zecken-Puder, -sprays und weitere Präparate. Die Wirksamkeit ist teilweise gut, allerdings sind diese Mittel für gewöhnlich nicht „wasserfest“. Bitte holen Sie bei Ihrem Tierarzt weitere Auskunft ein.

Verschiedene Hausmittel wie z.B. Zedernöl oder Knoblauchpulver haben keine oder nur geringe Abwehrkraft gegen Zecken. Manche Hundehalter schwören auf klein gehackte frische Knoblauchzehen, die man dem Hundefutter beimengt. Den Zecken „schmeckt“ dann angeblich das Hundeblut nicht mehr.

Manchmal wird Teebaumöl oder ein anderes Aromaöl als Zeckenschutz empfohlen, dies sollte aber wegen eventueller Unverträglichkeit auf der Haut nicht angewandt werden. Bei Katzen kann es hier sogar zu schlimmen Vergiftungen kommen.

Über alle hier angesprochenen Methoden sollten Sie sich vor der Anwendung bei Ihrem Tierarzt erkundigen, inwieweit das Mittel Ihrer Wahl für Ihren Hund geeignet ist.


Wie entferne ich eine Zecke?

Früher hat man dazu geraten, festgebissene Zecken erst mit allerlei Hausmittelchen zu beträufeln, bevor sie entweder abfallen oder entfernt werden dürften. Dies ist unsinnig: Gerade dann könnte die Zecke im Todeskampf noch ihre Giftstoffe in das Blut des Hundes ausscheiden! Auch sollte man keinesfalls warten, „bis die Zecke groß ist“, um sie leichter entfernen zu können. Je länger die Zecke mit dem Blut des Hundes verbunden ist, desto größer wird die Gefahr einer Infektion!

Jeder Hundebesitzer sollte sich eine Zeckenzange im Handel oder beim Tierarzt besorgen. Die Anwendung ist kinderleicht: Man ergreift die festgebissene Zecke mit der Zange (so weit es geht in Kopfnähe, um den Körper nicht auszuquetschen) und dreht schnell (ohne zu ziehen) so lange, bis sich die Zecke löst. Die Richtung, in welche man dreht, spielt keine Rolle.

Wenn gerade keine Zeckenzange zur Hand ist, kann man den Parasit auch einfach mit den Fingerspitzen vorsichtig aber schnell heraus ziehen. Diese Methode empfiehlt sich aber nur im Notfall, da es leicht passieren kann, dass der Kopf der Zecke stecken bleibt. Außerdem sollte man den direkten Kontakt mit vielleicht infizierten Zecken möglichst vermeiden.

Foto: Zeckenzange mit korrekt entfernter Zecke

Bei noch sehr kleinen Zecken greift die Zeckenzange manchmal nicht gut. Tierärzte haben hierfür einen sogenannten Zeckenhaken, den man dort auch erwerben kann. Mit diesem Gerät können kleine Zecken problemlos und intakt ausgehebelt werden. Die richtige Anwendung des Hakens erklärt Ihnen sicher Ihr Tierarzt.