Keine Erklärung unserer Krankheitsbilder ersetzt einen Besuch bei einem Fachtierarzt


Hundekrankheiten - Magendrehung (Magenumdrehung)

Eine der am meisten bei Hundebesitzern gefürchtete Erkrankung ihres Lieblings ist die Magendrehung. Da die Krankheit sehr plötzlich auftreten kann und bei verzögerter Behandlung oft tödlich ausgeht, ist das Erkennen der ersten Symptome und eine sofortige Behandlung dringend angebracht.

Foto: Hunde mit tiefer, schmaler Brust sind besonders gefährdet

Welche Hunde sind besonders betroffen?

Besonders gefährdet für eine Magendrehung sind große bis sehr große Rassen. Und hier wiederum besonders jene, welche einen tiefen, schmalen Brustkorb besitzen wie zum Beispiel Windhunde, Doggen oder Setter. Bei kleinen Hunden tritt dieses Krankheitsbild kaum auf. Eine Ausnahme ist aber hier der Dackel, da auch er meist eine tiefe schmale Brust aufweist.


Sehr junge Hunde sind kaum betroffen von dieser Erkrankung. Eine Magendrehung tritt hauptsächlich bei Hunden im Alter ab fünf Jahren auf.

Noch nicht wissenschaftlich erklärt, aber erwiesen ist die Erbbarkeit der Magendrehung. Hatten die Hundeeltern bereits Probleme mit der Erkrankung, ist es wahrscheinlicher, dass der Nachwuchs ebenfalls daran erkrankt.

Hündinnen sind weniger anfällig als Rüden. Eine Kastration wirkt sich allerdings nicht auf die Häufigkeit der Erkrankung aus.

Auch die Fütterung spielt eine Rolle bei der Magendrehung. Zu große Futtermengen auf einmal sollten vermieden werden, besonders nach einer längeren Fastenzeit oder nach Überanstrengung. Hastiges Herunterschlingen von Futter begünstigt ebenfalls eine Magendrehung.

Dass die Magendrehung nur beim Herumtoben unmittelbar nach der Fütterung auftritt, ist heute wissenschaftlich widerlegt. Vielmehr kann die Erkrankung auch während einer Ruhephase oder bei Hunden mit leerem Magen auftreten.

Erstaunlich sind die neuen Erkenntnisse von Larry Glickman (Purdue University Indiana/USA), nach denen nervöse und „traurige“ Hunde besonders häufig vom Krankheitsbild der Magendrehung betroffen sind. Wenn man allerdings bedenkt, dass auch beim Menschen Stress und Nervosität „auf den Magen schlagen“, so kann man sich gut vorstellen, dass dieser Faktor auch bei der Magendrehung des Hundes eine Rolle spielt.


Krankheitsbild
Wenn man sich verbildlicht, dass der Hundemagen hauptsächlich an zwei Stellen, vorne und hinten im Bauchraum, befestigt ist, kann man sich auch gut vorstellen, was passiert, wenn sich der Magen um die Längsachse dreht. Ein- und Ausgang zum Magen sind plötzlich versperrt, eine lebensbedrohliche Situation für den Hund. Da das Futter im Magen schnell gärt, bilden sich dort Gase, die nicht über die Speiseröhre oder den Darm entweichen können.

Wichtige Blutgefäße sind abgeschnürt und der Kreislauf bricht früher oder später zusammen.
Es besteht akute Lebensgefahr!

Foto: Hundefutter kann, muss aber nicht zwingender Grund für eine Magendrehung sein


Symptome
Als erstes Anzeichen tritt meist Unruhe auf. Der Hund steht auf, legt sich wieder hin und steht wieder auf. Er fängt an zu hecheln und speicheln. Seine Bewegungen sind stockend, er geht nur langsam. Der Hund wird versuchen zu erbrechen, es kommt aber nur Würgen zustande.

Man kann bei einem an Magendrehung erkrankten Hund den sogenannten „Trommelbauch“ sehen und ertasten. Der Bauch ist aufgebläht, hart und angespannt. Weitere zu prüfende Anzeichen sind kalte Extremitäten, ein schwacher Puls und blasse Schleimhäute. Im weiteren Verlauf wird der Hund schwächer werden und der Kreislauf kann zusammen brechen. Atemnot bis hin zu Erstickungsanfällen können auftreten.

Foto: Große Hunde wie Doggen können an Magendrehung erkranken


Behandlung
Bei einem Verdacht auf Magendrehung muss sofort und unverzüglich ein Tierarzt konsultiert werden! Um unnötige lange Fahrzeiten zu vermeiden, telefonieren Sie erst mit Ihrem Tierarzt, beschreiben Sie die Symptome und vergewissern Sie sich, dass sich der Tierarzt auf eine sofortige Notoperation vorbereiten kann. Sollte Ihr Tierarzt seine Praxis weiter weg haben, versuchen Sie lieber die Ihnen am nächsten liegende Tierarztpraxis zu konsultieren. Eine Magendrehung kann bereits nach zwei bis drei Stunden zum Tod des Hundes führen!

Foto: Bei Verdacht auf Magendrehung unverzüglich Tierarzt anrufen um zu erfahren ob er im Notfall gleich operieren kann!


Vorbeugung
Die tägliche Futterration sollte auf mindestens zwei Mahlzeiten aufgeteilt werden. Längere Fütterpausen sollten vermieden werden (kein futterfreier Tag, wie man es früher häufig praktizierte und manche auch heute noch so handhaben). Hunden, die ihr Futter zu hastig herunter schlingen, kann man größere Steine oder eine dicke Metallkette in den Futternapf legen, um sie zu einer langsameren Futteraufnahme zu bringen. Erhöhte Futternäpfe sind zu vermeiden, da sie den Hund eher zum Schlingen verleiten. Ein hoher Fettanteil oder Zitronensäure im Trockenfutter scheinen ebenfalls Risikofaktoren zu sein. Rohfütterung (BARF) scheint der Magendrehung entgegen zu wirken, hier wird kaum von Fällen dieser Erkrankung berichtet. Mit zu viel Flüssigkeit angereichertes Futter sollte bei hastigen Fressern vermieden werden. Auch wenn das Herumtollen nach dem Füttern neuerdings als Risikofaktor ausgeschlossen wird, so ist es dennoch sinnvoll, wenn der Hund nach der Fütterung erst mal eine Weile ruhen kann. Nach der Aufnahme von großen Wassermengen sollte ebenfalls eine Ruhepause für den Hund angezeigt sein.