Keine Erklärung unserer Krankheitsbilder ersetzt einen Besuch bei einem Fachtierarzt

Hundekrankheiten - Brechen (Erbrechen) beim Hund

„Mir ist übel!“ - diesen Satz wird man bei einem Hund kaum hören und somit haben hier die Menschen auch keinerlei Anhaltspunkte wann dem Hund wirklich schlecht ist. Manche Hunde äußern sich auch kaum auffällig indem sie Gähnen, unruhig wirken, viel Speichel bilden, Schmatzgeräusche von sich geben oder gar Schlucken ohne was zu sich genommen zu haben. Speichel und das anschließende herunter schlucken hilft ihm gar die Speiseröhre zu schmieren und den sauren hochkommenden Mageninhalt zu neutralisieren.

Wenn Hunde brechen ist dieses eine Schutzfunktion des Körpers. Diese effektive Art der Magenentleerung schützt vor giftigen und gefährlichen Substanzen ebenso wie vor Fremdkörpern die versehentlich aufgenommen wurden. Es handelt sich um einen natürlichen Reflex welchen die meisten Tiere besitzen (außer z.B. Pferde).

Gesunde Hunde kann man öfter beim Gras fressen beobachten. Das ist auch nichts schlimmes, eher für den Hund etwas positives (*1), auch wenn sie dann öfters alles auf dem häuslichen Teppich wieder auskehren.


Aufmerksam sollte der Hundebesitzer jedoch werden, wenn sein Hund täglich, zum Beispiel gleich beim ersten morgendlichen Gassigehen die Wiese ansteuert und das frische Gras in sich hinein schlingt nur um es gleich wieder auszubrechen. Geschieht dieses dann auch noch auf leerem Magen kann es ein Anzeichen für eine Erkrankung des Magendarmtraktes sein. Das Gras fressen dient hier dem Hund um den Brechreiz anzuregen da ihm Übel ist.

Um den Mageninhalt auszukehren müssen Hunde die Bauchmuskulatur und das Zwerchfell kräftig zusammenziehen. Dabei kann man deutlich die Bewegungen der Bauchdecke entweder nach innen oder nach außen beobachten. Der Kehlkopf sowie die Hundeschnauze bleiben beim Würgevorgang geschlossen um einen Unterdruck in der Brusthöhle und Überdruck im Bauch hervorzurufen. Durch diesen Vorgang kann der Mageninhalt in die Speiseröhre geschoben werden. Erst wenn sich das Hundemaul öffnet wechselt der Unterdruck in der Hundebrust und es kommt zum Erbrechen. Nicht selten wiederholen sich die Vorgänge bis der Hund das Gefühl hat alles ist nun raus. Anschließend leckt sich der Hund seine Schnauze sauber und versucht Reste durch erneute Speichelbildung herunter zu schlucken um den fürchterlichen Geschmack los zu werden.

Weitere mögliche Erkrankungen mit akutem Erbrechen:
Futter nicht vertragen oder Vergiftungen
Fremdkörper in Schlund, Rachen oder Magen
Unverträglichkeit von Medikamenten
einige Infektionskrankheiten z.B. Staupe, Parvovirose
Dickdarmentzündung
Magenüberladung
Bauchspeicheldrüsenentzündung
Magendarmerkrankungen
Parasiten z.B. Würmer

Foto: Würgen mit Bauch hoch ziehen, brechen und ablecken

Daneben gibt es jedoch viele andere Erkrankungen welche zum chronischen Erbrechen führen können, zum Beispiel Krebs oder Lebererkrankungen.

Handelt es sich hier um einmaliges erbrechen ist eine Diät ratsam, wobei mit dem herausbringen (z.B. Fremdkörper) meistens auch die Ursache behoben ist.
Wird jedoch  vermehrtes erbrechen beobachtet, sollte umgehend ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.


Warum fressen Hunde Gras?

*1) Warum ist Gras fressen beim Hund etwas positives? Gras schmeckt sehr saftig und aromatisch süß, wirkt somit auf Hunde wie bei kleinen Kindern die Schokolade. Gras ist sehr Nährstoff- und Rohfaserreich und somit gut für den Hundedarm. Auch bei Hunden sinkt der Blutzuckerspiegel und durch das zuckerhaltige Stoffe enthaltene Grass steigt dieser wieder und erhöht ihre Leistungsbereitschaft. Kauen und zermahlen der Grasstängel hilft Endorphine (Glückshormone) frei zu setzen. Auch kann der Saft des Grases bei Hunden den Durst stillen. Oft ist es auch einfach so – fängt ein Hund an Grass zu fressen kommen andere dazu und machen es ihm nach. Einfach eine Art des zufriedenen „Chillen“ wie bei Menschen die Zigarette. ;-)