Keine Erklärung unserer Krankheitsbilder ersetzt einen Besuch bei einem Fachtierarzt


Hundekrankheiten - Ehrlichiose

Die Ehrlichiose der Hunde (auch Tropische Canine Panzytopenie, „Zeckenfieber“) wurde nach dem Bakteriologen Paul Ehrlich benannt. Sie tritt oft zugleich mit der Babesiose oder auch der Borreliose auf, da diese Erreger von den selben Zecken übertragen werden.

Ehrlichiose kann durch sechs verschiedene Ehrlichienarten (Bakterien) ausgelöst werden.

Foto: Vorsicht vor allem mit Hunden in südlichen Ländern.

Die Krankheit tritt häufig bei Säugetieren in tropischen und subtropischen Gegenden auf (Mittelmeerraum, Asien, Afrika, USA). Da Ehrlichien offenbar nicht temperaturabhängig sind, verbreitet sich die Krankheit inzwischen aber auch immer mehr weltweit. Auch in Deutschland traten in den letzten Jahren vermehrt Fälle einer Ehrlichiose-Infektion auf, bei Menschen ebenso wie bei Hunden und anderen Tieren.


Eine Ansteckung erfolgt durch den Biss einer Zecke oder durch Bluttransfusion, kontaminierte Kanülen. Die Infektion erfolgt schnell, ca. 2 Stunden nach dem Zeckenbiss (im Gegensatz zu beispielsweise Borreliose). Nach einer Inkubationszeit von 7 bis 21 Tagen kommt es zum Ausbruch der Krankheit. Die Ehrlichien sind Bakterien, die sich in den weißen Blutkörperchen festsetzen und mit dem Blut in die Lymphknoten, Leber und Milz, anschließend auch in andere Organe transportiert werden. Eine Immunschwäche ist meist die Folge.

Noch nicht wissenschaftlich geklärt ist, warum anscheinend Deutsche Schäferhunde besonders häufig an Ehrlichiose erkranken.

Die Übertragung erfolgt ausschließlich über die Zecke. Eine Infektion von Hund zu Hund oder vom Hund auf den Menschen ist nicht möglich.


Symptome

Der Krankheitsverlauf ist akut, subklinisch oder chronisch.

Die ersten Symptome der akuten Phase der Ehrlichiose sind Fieber bis 41 Grad, Appetitlosigkeit, Schwellungen an den Lymphknoten, eitriger Ausfluss aus Augen oder Nase, Gewichtsabnahme, Atemnot. Sind Milz und Hirnhäute befallen, kann es zu Muskelzuckungen, Krämpfen und Lähmungen kommen.

Die subklinische Phase schließt sich direkt an die akute Phase an und äußert sich durch Thrombozytenzunahme, Leukozytenzunahme oder –abnahme und Blutarmut.

Einige Wochen nach Auftreten der ersten Symptome kann sich das Krankheitsbild plötzlich bessern und der Hund sogar geheilt sein. Falls das Immunsystem aber geschwächt ist, kann der Körper die Ehrlichien nicht erfolgreich bekämpfen und die Krankheit tritt in die chronische Phase. Auch eventuell gleichzeitige Infektionen mit beispielsweise Borreliose oder Babesiose können den Organismus so weit geschwächt haben, dass nicht genügend Abwehrkraft vorhanden ist. Im chronischen Verlauf der Erkrankung kann es zu Blutungen der Schleimhäute, Schädigungen der inneren Organe und Blutarmut kommen. Die Symptome können sich ähnlich wie bei Staupe äußern.


Behandlung der Ehrlichiose

Bei dem Verdacht auf eine Ehrlichiose-Infektion sollten Sie sofort mit Ihrem Hund einen Tierarzt aufsuchen. Falls sich das Tier erst kürzlich im Ausland (speziell in südlichen Ländern und im Mittelmeerraum) aufgehalten hat, so berichten Sie dies Ihrem Tierarzt. Mit verschiedenen Labortests können die Ehrlichiose-Erreger im Blut nachgewiesen werden. Mittels einer PCR (Polymerasekettenreaktion) aus peripherem Blut kann ein sicherer Nachweis der Erkrankung hergestellt werden.

Meist wird der Tierarzt eine Penicillinbehandlung für 1 bis 2 Wochen verordnen, anschließend wird ein Kontrolltest gemacht. Zur Stärkung des Immunsystems wird zusätzlich die Gabe von Vitamin B und evtl. andere Aufbaupräparate empfohlen.

Bei einer frühzeitigen Diagnose lässt sich die Erkrankung gut behandeln.


Vorbeugung

Wenn Sie einen Urlaub mit Ihrem Hund in einem südlichen Land planen, versehen sie das Tier mit einem wirksamen Zeckenschutz. Zusätzlich sollten sie Ihren Liebling mehrmals täglich (sofort nach jedem Freigang) gründlich auf Zecken absuchen. Wenn Sie die Zecken finden, bevor sie sich festbeißen, kann eine Infektion verhindert werden. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach den speziellen Gesundheitsrisiken für Ihren Hund in dem betreffenden Urlaubsland.

Eine vorbeugende Impfung gegen Ehrlichiose ist heute noch nicht möglich.

Foto: Baden im Meer ist toll, aber bitte später nach Parasiten untersuchen!