Keine Erklärung unserer Krankheitsbilder ersetzt einen Besuch bei einem Fachtierarzt


Hundekrankheiten - Babesiose

Die Erreger der Babesiose sind einzellige Parasiten wie z.B. Babesia canis oder Babesia gibsoni. Überträger der Babesien sind verschiedene Zeckenarten in Ländern der warmen Klimazonen. Während die Babesia canis in Mitteleuropa relativ häufig vorkommt, ist eine Infektion mit der hochpathogenen (hochkrankheitserregenden) Babesia gibsoni, die hauptsächlich in Asien, Ägypten und Afrika auftritt, eher selten.

Foto: Vermehrtes Kratzen kann ein Hinweis auf eine fest sitzende Zecke sein

Durch die erleichterten Einreisebestimmungen tritt die Babesiose inzwischen nicht nur in südlichen Ländern, sondern weltweit häufiger auf. Die Übertragung erfolgt ausschließlich über die Zecke. Eine Infektion von Hund zu Hund oder vom Hund auf den Menschen ist nicht möglich. Möglich ist auch eine Doppelinfektion mit dem Erreger der Ehrlichiose.


Bei natürlicher Infektion durch Zeckenbisse beträgt die Inkubationszeit 10 bis 21 Tage. Bei künstlicher Infektion (z.B. durch Bluttransfusion) kommt es bereits nach einem Tag zu einer ersten Parasitämie (Vorhandensein von Parasiten im Blut), die vier Tage anhält. Anschließend sind die Parasiten im Blut kaum mehr nachweisbar. Der zweite Krankheitsschub erfolgt nach 10 bis 14 Tagen und verläuft heftiger, oft tödlich. Die roten Blutkörperchen lösen sich auf, es kann eine Blutarmut entstehen. Auf verschieden lange Ruheperioden folgen weitere Krankheitsphasen. Auch nach überstandener Krankheit bleiben die Erreger jahrelang im Blut nachweisbar.

Symptome

Typische erste akute Symptome können sein: Mattigkeit, blasse Schleimhäute, Fieber bis 42 Grad, Schwäche, rot gefärbter Harn, Gelbsucht, Nierenversagen. Nach einer tagelangen scheinbaren Besserung kann es zum zweiten Schub kommen mit den selben und zusätzlichen Symptomen: Apathie, Gewichtsverlust, Bewegungsunlust bis hin zu Lähmungserscheinungen, Leberversagen und Blutarmut (Anämie). Es können Ödeme auftreten, blutiger Durchfall, Schleimhautblutungen, Geschwüre im Maulbereich, Muskelstörungen, Epilepsie. Im chronischen Verlauf bleibt die Blutarmut erhalten, die anderen Symptome können weiter vorhanden sein.


Behandlung

Bereits bei Auftreten der ersten Symptome sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Falls sich das Tier erst kürzlich im Ausland (speziell in südlichen Ländern und im Mittelmeerraum) aufgehalten hat, so berichten Sie dies Ihrem Tierarzt. Er wird eine gründliche Anamnese vornehmen und den Erreger mikroskopisch im Blut nachweisen. Leider kann ein negativer Befund eine Babesieninfektion nicht ausschließen, z.B. bei chronischem Fall oder symptomlosen Träger). Hier sollte eine serologische Untersuchung in einem Speziallabor erfolgen (FAT oder ELISA-Test).

Zur Bekämpfung der Babesiose gibt es in Deutschland noch kein zugelassenes Präparat. Teilweise gibt es im Ausland zugelassene Medikamente, die aber starke Nebenwirkungen haben.

Die Symptome können meist behandelt werden. Trotzdem verläuft die Erkrankung leider häufig letal (tödlich), besonders, wenn die Behandlung zu spät einsetzt und der chronische Verlauf nicht aufgehalten werden konnte.


Vorbeugung

Wenn Sie einen Urlaub mit Ihrem Hund in einem südlichen Land planen, versehen sie das Tier mit einem wirksamen Zeckenschutz. Zusätzlich sollten sie Ihren Liebling täglich auf Zecken absuchen und diese sofort vorsichtig entfernen.

Vor Reiseantritt in südliche Länder kann man Hunde gegen Babesiose impfen lassen. Die Impfung schützt für etwa 6 Wochen, verhindert allerdings keine Ansteckung, sondern wendet nur meist den tödlichen Verlauf ab. Der Impfstoff ist bisher nicht für Deutschland zugelassen.