Buchvorstellung zum Welpen

Die Entwicklungsstadien im Hundeleben
Die pränatale Phase des Welpen

Die vorgeburtliche Entwicklungsphase beim Hund wird auch pränatale Phase genannt.

Obgleich sich die Föten noch in der Gebärmutter befinden, so nehmen sie bereits Dinge der Außenwelt wahr. Mit Hilfe neuester Ultraschalltechnologie konnten die Reaktionen der Föten auf Abtastungen des Bauches der Hündin aufgezeichnet werden.

Ebenso spüren die Föten eine Stressbelastung der Hündin. Als Folge daraus können die Welpen im Wesen ängstlicher, nervöser oder in ihrer Entwicklung verzögert geboren werden.


Entwicklung der Welpen bis zur 2. Lebenswoche:

Hundewelpen sind sogenannte Nesthocker, sie werden völlig hilflos geboren. Ein Wurf besteht aus etwa 2 bis 6 Welpen, nur selten wird lediglich ein Welpe geboren. Hatte die Hündin bereits mehrere Geburten, kann ein Wurf auch mal aus 10 oder mehr Welpen bestehen. Dieses ist jedoch auch bereits bei einem ersten Wurf einer Hündin möglich.

Obwohl sie bereits bei der Geburt ein flaumiges Fell haben, sind sie sofort krabbelnd auf Wärmesuche. In der sogenannten Vegetativen Phase sind alle lebenserhaltenden Funktionen genetisch verankert.

Da es ihnen nicht möglich ist ihre Körpertemperatur selber zu regulieren, sind sie auf den intensiven Kontakt zu den Wurfgeschwistern und Mutterhündin angewiesen. Ab etwa dem 7. Lebenstag kann man manchmal zitternde Welpen entdecken, diese Reaktion des Organismus erzeugt zusätzlich Wärme für die kleinen Hundewelpen. Die Welpen können noch nicht laufen, nicht sehen und nicht hören. Aus diesem Grunde ist es ihnen nicht möglich gezielt nach einer Futter- oder Wärmequelle zu suchen. Mit Pendelbewegungen ihrer Köpfchen und kriechen in Kreisen machen sie sich Instinktsicher krabbelnd auf zu ihren Wurfgeschwistern oder ihrer Mutter, als warme Milchquelle. Die Muttermilch ist in den ersten drei Lebenswochen die einzige Nahrungsquelle der Welpen.

In dieser Phase sind sie noch sehr Schutzlos und auf ihre Mutter angewiesen, welche sie immer wieder zurück zu den anderen holt, falls eines der blinden Welpen in die falsche Richtung krabbelt. Aber auch sonst brauchen die Kleinen ihre Mutter sehr, nicht nur als Ernährerin, sondern auch als Auslöser für ihre Ausscheidungen. Die Welpenstube wird von der Mutterhündin sauber gehalten, indem sie die Ausscheidungen der Babys ableckt. Mit der Zunge werden die Kleinen von ihrer Mutter sowohl gereinigt als auch massiert, um die Verdauung anzuregen, denn nur sind diese in der Lage selbständig Urin und Kot abzusetzen.
Nach zwei Wochen können neben Schlafen, Saufen, Suchen und wieder Schlafen die ersten größeren Veränderung in der Entwicklung des Welpen festgestellt werden.
Die Stimme wird bereits genutzt: Beim Saugen kann man die Welpen wohlig schmatzen und grunzen hören. Ist ihre Suche nach Wärme oder Milch nicht sofort erfolgreich, beschweren sie sich lautstark mit fiepsenden, quengelnden Tönen.


Von der 2. bis zur 3. Lebenswoche:

Diese Lebensphase des Welpen wird manchmal auch "Phase des Erwachens" genannt, denn um den 10. bis 13. Lebenstag öffnen sich langsam die Augen und Gehörgänge.

Sie sind nun in der Lage ihre Köpfe zu heben und mit schmalen Sehschlitzen beobachten die Welpen interessiert erstmals ihre Geschwister und die Mutter.

Sie zeigen erste Reaktionen auf Geräusche und flüchten erschreckt zurück in ihre Wurfbox.

Nun erfolgt die erste Kontaktaufnahme mit der Umwelt.

In den nächsten Tagen (etwa ab dem 18. Lebenstag) folgen zaghafte Laufversuche. Die Muskeln der Beine müssen erst aufgebaut werden, die Welpen torkeln und fallen häufig um. Aber in nur wenigen Tagen haben sie ihr Gleichgewicht gefunden und erkundigen munter tapsend schon ihre Umgebung. Die Stimmen der Welpen werden lauter und im Alter von etwa 3 Wochen folgen erste Belltöne. Mit dem Neuerwachen der Sinne bekommen die Welpen nun auch erste Eindrücke des Sozialverhaltens durch ihre Mutter und die Geschwister.


Hundebaby: Von der 4. bis 7. Lebenswoche:

Inzwischen ist der Welpe schon um einiges größer geworden. Die ersten Milchzähne brechen durch das Zahnfleisch, er kann selbständig seine Körpertemperatur regeln und er ist erstmals in der Lage ohne Hilfe der Hündin selbstständig Urin und Kot abzusetzen.

Eine sehr wichtige Zeit im Leben eines jeden Hundes stellt die Prägephase dar, die in der 4. Lebenswoche beginnt und etwa bis zur 7. Woche andauert. In dieser Zeit können und müssen die Welpen unglaublich viel verarbeiten und schnell lernen. Spielerisch werden die ersten Rangkämpfe unter den Welpen ausgetragen.

Dieses Raufverhalten entwickelt sich ab der 4. bis 5. Lebenswoche. Die Welpen raufen und quieken um dann einige Minuten später wieder einträchtig und müde bei den anderen Wurfgeschwistern zu liegen.

In dieser Phase wird die soziale Beißhemmung entwickelt. Ist die Rauferei zu wild und man beißt seinen Partner zu schmerzhaft mit seinen recht spitzen Zähnchen, muss der beißende auch mit einer ebenso schmerzhaften Gegenreaktion des attackierten rechnen.

Nun ist auch der richtige Zeitpunkt, um die Kleinen an möglichst viele Eindrücke zu gewöhnen, die jeder Hund kennen sollte. Alle Lebewesen, Situationen und Impressionen, die der Welpe jetzt kennen lernt, prägen sich in seinem Gedächtnis ein und er wird sie nie mehr vergessen. Je mehr er lernt, desto weniger wird er sich in Zukunft von ungewohnten Situationen oder Geschöpfen ängstigen lassen. Er untersucht ausgiebig schnüffelnd jeden Gegenstand, Mensch oder Tier und steht allem Neuen offen und neugierig gegenüber. Jetzt kann ihm auch bereits die erste feste Welpennahrung zusätzlich zur Muttermilch angeboten werden.

Vor Abschluss der Prägephase sollten die Welpen keinesfalls bereits von ihrer Mutter dauerhaft getrennt werden. Werden Hundebabys in dieser wichtigen Entwicklungsstufe zu sehr isoliert bzw. mit nur wenigen Situationen und Eindrücken konfrontiert, sind spätere Verhaltensstörungen nicht nur möglich sondern fast vorprogrammiert.

In dieser Zeit sollten beispielsweise unbedingt Kontakte zu Menschen (besonders auch Kindern) und Artgenossen erfolgen. Der Charakter des Welpen wird für sein ganzes Leben entscheidend geprägt.

Ausreichend Bewegung und Spielen mit Artgenossen ist nicht nur körperlich wichtig für die Welpen, sondern auch für die Entwicklung der Psyche.

Hundebaby: Von der 8. bis 12. Lebenswoche:

Die Sozialisierungsphase beginnt etwa mit der 8. Lebenswoche und reicht bis zur 12. Woche.

Die Hundebabys erlernen das soziale Verhalten innerhalb der Familie und des Rudels.
Neben weiteren Kontakten zu Menschen und der Umwelt ist in dieser Phase der Kontakt mit anderen Hunden besonders wichtig für die künftige Entwicklung der Hundekinder.

Spielerisch wird das Verhalten untereinander erlernt.

Muttermilch wird nicht mehr benötigt und die Hundemama lässt die Kleinen kaum noch saugen. Da nun auch die ersten Zähnchen voll entwickelt sind, ist das Saugen für die Hundemutter nun schmerzhaft.

Ab der 10. Woche ist der früheste Zeitpunkt, um einen Welpen in seine neue Familie abzugeben.