Entscheide ich mich für einen Rüden oder Hündin?
Geschlechterkampf bei der Hundeauswahl

Beide Geschlechter haben ihre Vor- und Nachteile. Aber egal, ob sie sich für einen Rüden oder eine Hündin entscheiden, sollten Sie bereits bei der Anschaffung wissen, ob sie mit ihrem Hund einmal selber züchten wollen.

Ist das nicht der Fall, können Sie das Tier mit ca. 6 – 10 Monaten (nach Absprache mit Ihrem Tierarzt) kastrieren lassen. Das ist eine einmalige Operation und man muss nicht mehr 2 mal im Jahr „aufpassen“ bzw. Rüden neigen dann weniger zum Streunen.

Foto: Typisch Rüde - pinkeln im stehen!


Wollen Sie selbst mit ihrem Hund züchten, so sollte das vorher gut überlegt werden. Erfahrene Züchter finden für ihre Rassehunde natürlich immer Liebhaber, die sich für einen Welpen entscheiden. Aber private Zufallszuchten, oft bunt gemixte Welpen, haben es doch schwer, die jungen Hunde unterzubringen. Und bedenken Sie, dass unsere Tierheime voll sind mit diesem „unerwünschten Nachwuchs“.

Mit Ausschlag gebend für die Wahl des Geschlechtes sollte auch der Kontakt mit anderen Hunden (Nachbarschaft, Verwandtschaft) sein. Hat Ihr Nachbar beispielsweise eine dominante Dobermannhündin, sollten Sie sich besser nicht für eine erwachsene ebenfalls dominante z.B. Schäferhündin entscheiden. Die bessere Wahl wäre in diesem Fall ein Rüde oder eine Hündin einer Rasse, die zu Toleranz neigt.

Foto: Pass blos auf - ich habe dich fest im Blick!


Der größte Nachteil bei Hündinnen ist sicher ihre Läufigkeit: 2 mal im Jahr muss man für ca. 3 Wochen sehr auf die Hündin aufpassen, dass sie nicht unerwünscht gedeckt wird. In dieser Zeit kann es zu Blutklecksen in der Wohnung kommen, außerdem ist die Hündin unruhig. Scheinträchtigkeit kommt häufig vor.

Während diesen Zeiten sind auch Rüden sehr unruhig, neigen zum Weglaufen und Streunen, heulen manchmal nächtelang. Wird der Hund kastriert, fallen diese Nachteile sowohl beim Rüden als auch bei der Hündin weg.

Die Läufigkeit kann man natürlich auch durch andere medizinische Maßnahmen unterdrücken, hierzu werden sie von Ihrem Tierarzt gerne beraten.

Foto: Diese Hündin wurde vor 4 Stunden kastriert.


Rüden haben zudem den Nachteil, dass sie ständig und überall markieren, umso mehr, je dominanter ein Rüde ist. Man sagt, Hündinnen sind in der Regel anhänglicher, leben sich schneller in der Familie ein und neigen weniger zu Dominanz. Dies würde ich aus meinen Erfahrungen her aber nicht grundsätzlich bestätigen. Es gibt anhängliche Rüden genauso wie dominante Hündinnnen.

Manche Rüden raufen gerne und kommen oft nicht mit anderen Rüden klar. Aber auch aus einem heftig tobenden Rüdenkampf kann eine dicke Freundschaft entstehen, denn eigentlich wollen sie sich ja nicht umbringen, sondern nur klarstellen wer das Sagen hat. Zukünftige Rüdenbesitzer sollten sich bewusst sein, dass sie irgend wann einmal mit großer Sicherheit in einer herzhaften Balgerei hineinschlittern.

Foto: Rangelei zwischen zwei Rüden - oder Beste Freunde?