Netzgiraffe
(Giraffa
camelopardalis reticulata)
Mit
einer Größe von etwa 5,8 m gehört die Giraffe wohl zu den
größten Landsäugetieren. Diese bis zu 800 kg schweren Tiere
gehören neben den kurzhalsigen Okapis zu der Familie der Giraffidae.
Als Wiederkäuer verdauen sie zum zweiten Mal ihre Nahrung, die sie
hoch durch den ca. 3 m langen Hals pumpen müssen. Ihre Nahrung besteht
vornehmlich aus Blättern, Triebe, Gräser und Knospen, wobei sie
die Blätter der Schirmakazien bevorzugen. Die Futteraufnahme wird
durch Hilfe ihrer ca. 40 cm langen, gegen Dornen unempfindlichen
Zunge erleichtert, die sich hervorragend als Greifwerkzeug eignet. |
 |
Auf
dem Kopf befinden sich je nach Unterart zwischen 2-5 Hörner, welche
jedoch als Knochenzapfen nicht abgestoßen werden und gänzlich
mit Fell überzogen sind. Die am nördlichsten lebenden Unterarten
haben zwei Hörner, wie zum Beispiel die in Ostafrika lebende Netzgiraffe.Kennzeichnend
für die Giraffen (wobei es jedoch auch seltene Ausnahmen gibt) ist
ihre Fleckenzeichnung, die von dunkel auf gelbroten bis rotgelben Grund
reicht und ein guter Schutz zwischen den Bäumen darstellt. Diese Zeichnung
brachte ihnen aber auch den lateinischen Namen "camelopardalis" - von Kamel
und Leopard - ein. Mit beiden Tieren hat die Giraffe nämlich etwas
gemein, mit dem Kamel den Passgang und dem Leoparden die markante Fellzeichnung.
Sonst hat aber das äußerst friedliebende Tier nichts mit dem
Leoparden gemein. Das Wort Giraffe allerdings stammt aus dem Arabischen
für "Serafe", was überstzt die liebliche bedeutet, dieser
Name ist ihr wohl eher durch ihre unendlich sanften, ein wenig wehmütig
blickenden Gazellenaugen verliehen worden. |
|
 |
Giraffen
sind tagaktiv und schlafen nachts meist im stehen. Dieses ist aber eher
ein dösen in Abständen von etwa einer halben Stunde, denn sie
fallen immer nur für wenige Minuten in einen Tiefschlaf. Legen sie
sich doch einmal hin, so doch nie flach auf den Boden, sondern biegen ihren
Kopf soweit herum, bis er auf dem Rücken aufliegt.
Mit einem Abstand
von Kopf-Baumkrone zum Herzen von drei Metern, sowie Kopf-Wasserloch zum
Herzen von zwei Metern, ist die Giraffe einem enormen Höhenunterschied
und den damit verbundenen Kreislaufproblemen ausgesetzt. Hier hilft ein
Adernetz im Gehirn welches sich vergrößern und verkleinern kann,
um den Blutdruck auszugleichen. Auch verhindern Verschlussklappen in der
Halsvene einen Blutrückstau im Gehirn, wenn die Giraffe ihren
Kopf zum trinken senkt. |
Durch
ihre Größe, fällt es der Giraffe nicht leicht, ihren Durst
zu stillen. Dazu muß sie ihre Beine sägebockartig auseinander
stellen, um das Wasserloch zu erreichen. Selbst ihre Jungen, die nach einer
Tragzeit von 15-16 Monaten zur Welt kommen, gebiert sie im stehen. Aus
einer Höhe von fast 2 m fallen die zumeist schon 1,70 m und 65 kg
schweren jungen Giraffen auf den Boden. Sie werden ein Jahr lang gesäugt,
und brauchen 10 Jahre um zu ihrer vollen Größe auszuwachsen.
In ihrem Lebensraum
den weiten Savannengebieten haben erwachsene Giraffen keine Feinde. Durch
die Verteidigung mit ihren im Durchschnitt 30 cm großen Hufe (Hufschläge)
und der Zuhilfenahme ihrer Hornzapfen (Hiebe) kann ein Muttertier, welches
ihr Junges schützt, selbst Löwen gefährlich werden. |
|
Durch
die Gemeinschaft mit anderen Tieren (Sträußen, Zebras oder Gnus
mit ihren empfindlichen Nasen) können die sehr gut sehenden
und hörenden Giraffen ihre nahenden Feinde sehr schnell bemerken.
|
|