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Schwangerschaft und Hunde – kein Problem?

Noch immer werden häufig Hunde in Tierheimen abgegeben mit der Begründung, ein Baby wird erwartet. Dabei wäre es gar kein Problem, bei Beachtung aller hygienischen Massnahmen, wenn ein Baby in einen Haushalt mit Hund geboren wird. 

Toxoplasmose:

Die Ängste vieler werdenden Mütter konzentrieren sich auf Krankheiten, die Hunde auf Kinder übertragen könnten. Leider werden diese Ängste häufig auch durch Hausärzte bestätigt, besonders in Hinsicht auf die gefährliche Erkrankung Toxoplasmose, die beim Ungeborenen zu Missbildungen führen kann. Dabei ist es eine Tatsache, dass Hunde diese Erreger NICHT übertragen können! Lediglich mit rohem Fleisch oder Katzenkot, der älter als 2 Tage ist, kann man sich anstecken. Wer also regelmäßig das Katzenklo saubermacht, ist auch durch seine Hauskatze nicht gefährdet. Außerdem sind ca. 40% der Erwachsenen immun gegen Toxoplasmose-Erreger.

Tollwut

Nicht der Hund, sondern der Fuchs, ist in Deutschland der Hauptüberträger der Tollwut. Durch die Impfaktionen bei Füchsen in den letzten Jahren ist die Tollwut stark zurückgegangen. Trotzdem sollten Hunde auf jeden Fall jährlich gegen Tollwut geimpft werden, auch deshalb, weil bereits bei einem Verdacht auf Tollwut alle ungeimpften Tiere vom Gesetz her getötet werden müssen.

Kleiner Fuchsbandwurm – Echinokokkose

Hauptüberträger ist auch hier der Fuchs. Die für den Menschen gefahrvollste Ansteckungsquelle sind ungewaschene Beeren, Pilze, Gemüse und Salat aus Gärten, in denen Füchse Zugang haben. Werden die Eier dieses Bandwurmes vom Menschen aufgenommen, nisten sich die Larven gerne in der Leber ein, zerstören diese langsam und befallen auch andere innere Organe. Diese Erkrankung ist deshalb so tückisch, weil bis zum Auftauchen der ersten Symptome bis zu 15 Jahre vergehen können. Bis heute gibt es kein Heilmittel gegen die Echinokokkose. Durch den Hund kann man sich nicht anstecken. Aber bitte immer Beeren, Pilze und Gartenfrüchte aus Bodennähe gut abwaschen, bevor sie verzehrt werden. 

Borreliose

Die Borreliose kann sowohl Menschen als auch Hunde befallen, allerdings können Hunde nicht Menschen anstecken. Die Borreliose wird ausschließlich von infizierten Zecken übertragen. 

Bazillen, Viren, Bakterien

Obwohl es jede Menge krankmachende Viren und Bakterien gibt, die berühmten, gefährlichen "Hundebazillen" gibt es aber nicht! Anstecken kann man sich überall, aber sicher am häufigsten durch Mitmenschen.

Würmer

Alle Hunde sollten regelmäßig (nach Rücksprache mit einem Tierarzt) entwurmt werden. Der Tierarzt wird einen genauen Entwurmungsplan aufstellen, den man genau einhalten sollte. Die beiden am häufigsten auftretenden Wurmarten, Bandwürmer und Spulwürmer, werden mit den gängigen Wurmkuren erfasst und abgetötet. Hunde, die Mäuse fressen, sind gefährdeter und sollten häufiger entwurmt werden.

Allergien

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder, in deren Familie Tiere leben, wesentlich seltener unter allergischen Reaktionen leiden als ihre tierlosen Altersgenossen. Tatsache ist außerdem, dass Kinder, die mit Haustieren aufwachsen, ein gestärktes Immunsystem haben und deshalb leichter mit Krankheitskeimen fertig werden.



Wenn das Baby dann endlich da ist, sollte man den Hund die ersten Tage gut beobachten und ihm besondere Aufmerksamkeit schenken, damit er nicht eifersüchtig wird. Falls der Hund keine Kleinkinder gewohnt ist, sollte man die beiden auch nicht alleine lassen, damit der Hund sich an die "Sprache" des Babys gewöhnen kann und es zu keinen Missverständnissen kommt. 

Ein regelmäßig geimpfter und entwurmter Hund stellt keine Gefahr für Kleinkinder dar, im Gegenteil: Die beiden werden meist innerhalb kürzester Zeit die besten Freunde und der Hund zum Beschützer des Kindes!


Copyright 2001 ©  Text: Kim  Fotos: Kim


 
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